Letzter Gottesdienst am Sonntag an der Hochstraße

Evangelische Kirche Dorstfeld

Letzter Gottesdienst in der evangelischen Kirche Dorstfeld. Am Sonntag wird das Gotteshaus an der Hochstraße in einem Gottesdienst ab 9.30 Uhr nach 108 Jahren entwidmet. Zwei Männer mit einer besonderen Beziehung zu der Kirche blicken zurück und nach vorn.

DORSTFELD

von Von Matthias vom Buechel

, 12.10.2013, 03:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Letzter Gottesdienst am Sonntag an der Hochstraße

Friedrich Gnad und Gert Steding (v.l.) vor dem Altar der evangelischen Kirche Dorstfeld.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Historische Fotos von der evangelischen Kirche Dorstfeld

Spektakuläre Fotos entstanden, als 1996 die evangelische Kirche nacgh einem Blitzschlag in Brand geriet. Hier eine Auswahl und - ebenfalls in Schwarzweiß einige Fotos, die zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts entstanden sind.
11.10.2013
/
Das Feuer in der Turmhaube und der starke Wind während des Gewitters sorgten für eine riesige schwarze Wolke, die Richtung Innenstadt zog© Foto: Stephan Schütze
Wegen der großen Hitze konnte die Feuerwehr nicht mehr in den Turm und musste von außen löschen.© Foto: Stephan Schütze
Die Turmhaube stürzte während des Brandes in das Kirchenschiff.© Foto: Stephan Schütze
In einer dramatischen Aktion gelang es der Feuerwehr trotzdem, den Altar und die wertvolle Sauerorgel zu schützen.© Foto: Stephan Schütze
Am Tag nach dem Brand erinnerte diese Foto viele Dortmunder an den Zweiten Weltkrieg.© Foto: Stephan Schütze
Nach nur einem Jahr schwebte die neue Turmhaube ein.© Foto: Stephan Schütze
Die Kirche von innen kurz nach ihrer Fertigstellung.© Repro: Stephan Schütze
Der ganze Stolz der Gemeinde: die wertvolle Sauerorgel.© Foto: Stephan Schütze
Ein Foto vom Bau der Kirche.© Foto: Stephan Schütze
Ein Foto vom Bau der Kirche.© Foto: Stephan Schütze
Schlagworte Dorstfeld

Nach Gründung der Großgemeinde 2006 folgte schnell der Beschluss, von drei großen Kirchen nur zwei zu behalten: die Immanuel-Kirche in Marten und die evangelische Kirche in Oespel. „Mir persönlich tut das sehr leid. Denn die Dorstfelder Kirche stammt vom gleichen Architekten wie die Martener, die mir von allen die liebste ist.“ Aber Steding ist auch Realist. In all ihren Kirchen verfügt die Gemeinde über 2000 Sitzplätze. Doch nur rund hundert sind sonntags besetzt.

Heiligabend 2012, beim letzten Weihnachtsgottesdienst in der Dorstfelder Kirche war das anders. „Das war ein sehr festlicher Abend“, erinnert sich Friedrich Gnad. Der gebürtiger Münsteraner lebt seit 1970 in Dorstfeld. Seit 15 Jahren ist er auch ehrenamtlich aktiv in seiner Gemeinde und bekleidet diverse Posten in der evangelischen Kirche Dortmund.

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Historische Fotos von der evangelischen Kirche Dorstfeld

Spektakuläre Fotos entstanden, als 1996 die evangelische Kirche nacgh einem Blitzschlag in Brand geriet. Hier eine Auswahl und - ebenfalls in Schwarzweiß einige Fotos, die zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts entstanden sind.
11.10.2013
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Das Feuer in der Turmhaube und der starke Wind während des Gewitters sorgten für eine riesige schwarze Wolke, die Richtung Innenstadt zog© Foto: Stephan Schütze
Wegen der großen Hitze konnte die Feuerwehr nicht mehr in den Turm und musste von außen löschen.© Foto: Stephan Schütze
Die Turmhaube stürzte während des Brandes in das Kirchenschiff.© Foto: Stephan Schütze
In einer dramatischen Aktion gelang es der Feuerwehr trotzdem, den Altar und die wertvolle Sauerorgel zu schützen.© Foto: Stephan Schütze
Am Tag nach dem Brand erinnerte diese Foto viele Dortmunder an den Zweiten Weltkrieg.© Foto: Stephan Schütze
Nach nur einem Jahr schwebte die neue Turmhaube ein.© Foto: Stephan Schütze
Die Kirche von innen kurz nach ihrer Fertigstellung.© Repro: Stephan Schütze
Der ganze Stolz der Gemeinde: die wertvolle Sauerorgel.© Foto: Stephan Schütze
Ein Foto vom Bau der Kirche.© Foto: Stephan Schütze
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„Sicher tut es mir leid“, sagt Gnad. Meine Tochter ist hier zur Konfirmation gegangen.“ Gern erinnert sich der 66-Jährige auch an die vielen Großkonzerte, die es in der Kirche gab und gibt. Denn solange die Kirche noch nicht verkauft ist, soll sie den festlichen Rahmen für Konzerte bieten. Zumindest in der warmen Jahreszeit.

„Im Winter sind die Energie-Kosten einfach zu hoch“, rechnet Gnad vor. Denn will man die Kirche nutzen, muss man drei Tage zuvor die Heizung hochfahren. Kosten pro Tag: 250 Euro. Die Kosten für den Erhalt der Kirche sind in Dorstfeld nicht zum ersten Mal ein Thema. Unvergessen bleibt der Brand der Kirchturmhaube. 1996 schlug der Blitz ein. Das Feuer vernichtete die Haube. Sie stürzte ins Kirchenschiff. Altar und Sauerorgel konnten damals von der Feuerwehr gerettet werden. Aber es entstand ein Schaden in Millionenhöhe.Damals ging eine Welle der Solidarität durch den Ort. Spenden wurden gesammelt für eine neue Turmhaube, die rund ein Jahr nach der Katastrophe installiert wurde.

Am Sonntag nun ein letztes Mal Festgeläut aus dem Turm. Nach dem Gottesdienst werden die ersten sakralen Gegenstände aus der Kirche entfernt. Die alte Bibel, die Taufkerze, das Gottesdienstgeschirr. Irgendwann werden dann auch noch der Altar, die Kanzel und die Glocken entfernt. „Auch das gehört zur Entwidmung“, erklärt Gert Steding. Doch noch ist ja kein Käufer gefunden. Auch weil die evangelische Kirche nicht jede Neunutzung billigen würde. „Am liebsten wäre uns natürlich eine Nutzung, bei der die Kirche für die Bevölkerung zugänglich bleibt“, sagt Friedrich Gnad. Ob das klappt, weiß momentan niemand.

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