Lichtkunst in elf Facetten

Ausstellung in Unna

Zehn Studierende, zehn sehr unterschiedliche Ansätze, um mit Licht Kunst zu machen: Die Klasse von Professor Daniel Hausig der Hochschule der Bildenden Künste des Saarlandes zeigt ab morgen im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna spannende Facetten von Lichtkunst.

UNNA

, 08.06.2016, 16:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Installation von Daniel Hausig konstruiert Lichtstimmungen in Städten nach.

Die Installation von Daniel Hausig konstruiert Lichtstimmungen in Städten nach.

"Switch" (umschalten) heißt die Ausstellung, in der die Studierenden acht Räume bespielen. Dabei müssen die Besucher schnell umschalten auf neue Ansätze, mit Licht Kunst zu machen.

Der erste Raum gehört dem Professor. Hausig hat in Europa, Asien und Australien einen Lichtschlauch vor Gebäude gelegt und diese fotografiert. 16 der 150 Fotos zeigt er in Unna; und die Lichtstimmungen auf den Fotos hat er mit dem zehn Meter langen Lichtschlauch an einer Wand der ehemaligen Lindenbrauerei nachkonstruiert.

Zauberei

Ein Blick hinter die zwölf mal vier Meter große Installation, die bewusst vor einer schäbigen, abgewetzten Wand angebracht ist, lohnt sich: Farbige LEDs tauchen die Wand in wechselndes Licht. "In Rom ist das Licht weich, warm und ocker, in Tokio kühl und blau", erklärt Hausig.

Das, was Student Martin Fell im nächsten Raum zeigt, erinnert an Zauberei: Auf 16 Folienstreifen zeichnen zwei Projektoren mit Licht grafische Linien. Spannend.

Und daneben tropft es leise in der reduziertesten und präzisesten Arbeit dieser Schau: Michael Voigt lässt von einem Gestell Wassertropfen in ein Glasgefäß fallen; jeder Tropfen bekommt einen kleinen Lichtreflex. Ähnlich meditativ ist die Arbeit von Karen Fritz, die an eine Sanduhr erinnert: Angeleuchteter Steinstaub rieselt aus einem Behälter.

Lichttunnel

Aufwändig ist die Arbeit von Ingo Wendt. Er hat eine Maschine gebaut, die vier ineinander gestapelte und mit Folien beklebte Gitterkörbe, unter der Decke rotieren lassen. Auf zwei Projektionswänden entsteht dadurch Lichtmalerei.

Begehbar ist der Lichttunnel von Nicole Fleisch; die Studentin sieht ihn als Modell für eine Stadteinfahrt. Und sehr spannend sind die Arbeiten von Raika Dittmann: Sie projiziert Kaltnadelradierplatten mit Licht so an die Wand in einem Flur, dass die Schatten wie Mikroskop-Aufnahmen aussehen.

Lichtpunkte mit Fäden

Makroaufnahmen hat auch Maria Elena Schmidt bearbeitet: Fotos von Fäden, Haut und Räumen hat sie mit Lichtpunkten gespickt und diese mit Fäden verbunden.

Herzklopfen hätten die Studierenden gehabt, weil im Lichtkunstmuseum Arbeiten von vielen prominenten Künstlern zu sehen sind, mit denen sie sich sonst im Studium beschäftigen, sagt Professorin Bettina Catler-Pelz. Mit dieser Ausstellung müssen sich die Studierenden nicht verstecken.

: "Switch HBKsaar", 10.6. (Eröffnung um 18 Uhr) bis 10.7., Lindenplatz 1. Die Ausstellung kann nur bei Führungen besichtigt werden: Di-Fr 13, 15 und 17 Uhr, Sa/So 12, 13, 14, 15, 16 und 17 Uhr.

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