Lichtkunstwerk ist der Höhepunkt von "Der schöne Schein"

Gasometer Oberhausen

Linien aus Licht ziehen sich über die Wände, scheinen die Struktur des Gebäudes zu verändern. Die Lichtinstallation "320° Licht" ist der künstlerische Höhepunkt der neuen Ausstellung "Der schöne Schein" im Gasometer Oberhausen. Ab heute können Besucher dieses beinahe hypnotische Kunstwerk selbst erleben.

OBERHAUSEN

, 10.04.2014, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lichtkunstwerk ist der Höhepunkt von "Der schöne Schein"

Die Lichtinstallation "320° Licht" im Gasometer in Oberhausen. Die Ausstellung ist bis Ende des Jahres zu sehen.

Die aktuelle Schau stellt, wie es der Name vermuten lässt, die Schönheit in all ihren Facetten in den Mittelpunkt. Und so ist der Grundgedanke hinter der Lichtprojektion, die Schönheit des Gasometers zu unterstreichen.Künstlergruppe "Urbanscreen"Kurator Wolfgang Volz, so erklärt er, hatte schon Ende der 90er-Jahre die Idee, den luftleeren Raum der Gasometerkuppel mit einer "Lichtskulptur" zu füllen. "Es war aber ein Desaster, die technischen Möglichkeiten gaben das noch nicht her."

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Ausstellung: "Der schöne Schein"

Die Ausstellung "Der schöne Schein" im Gasometer Oberhausen zeigt Besuchern Schönheit in verschiedenen Formen. Der Höhepunkt ist eine riesige Lichtinstallation in der Kuppel.
10.04.2014
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Das Lichtkunstwerk spielt mit dem Raum.
Foto: Thomas Wolf© Foto: Gasometer Oberhausen
Lichtinstallation "320° Licht" von Urbanscreen im Gasometer Oberhausen im Rahmen der Ausstellung "Der schöne Schein", 2014
Foto: Thomas Wolf© Foto: Gasometer Oberhausen
die Struktur der Wand scheint sich zu ändern.© Foto: Gasometer Oberhausen
Kunst aus Raum und Licht© Foto: Gasometer Oberhausen
100 Meter hoch sind die Projektionen.© Foto: Gasometer Oberhausen
Dem Besucher bietet sich ein spektakulärer Blick.© Foto: Gasometer Oberhausen
Ob die Mona Lisa...© Foto: Carsten Christian
...Greta Garbo...© Foto: Carsten Christian
...oder Nofretete, alle wurden sie als Schönheiten ihrer Zeit verehrt.© Foto: Carsten Christian
Die neue Ausstellung im Gasometer Oberhausen: "Der schöne Schein"© Foto: Carsten Christian
Die Deckenmalerei "Apotheose des Heiligen Ignatius" wird mit Hilfe eines großen Spiegels spektakulär inszeniert.© Foto: Carsten Christian
Die Ausstellung zeigt viele Abgüsse von Skulpturen...© Foto: Carsten Christian
...die das Schönheitsbild der Vergangenheit verdeutlichen.© Foto: Carsten Christian
In einem abschnitt geht es um die Verbindung von Schönheit und Tod.© Foto: Carsten Christian
Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als älteste kosmische Darstellung.© Foto: Carsten Christian
"Die Sternenacht" von Vincent van Gogh zählt wohl zu den bekanntesten Kunstwerken.© Foto: Carsten Christian
"Die Sternenhalle der Köngigin der Nacht": Der Himmel hat die Menschheit schon immer fasziniert.© Foto: Carsten Christian
Göttlichkeit ist auch ein Thema.© Foto: Carsten Christian
Der Tod spielt in einigen Werken auch eine Rolle...© Foto: Carsten Christian
... etwa in Hans Baldungs "Tod und Frau'".© Foto: Carsten Christian
Narziss© Foto: Carsten Christian
In vielen Werken schwingt...© Foto: Carsten Christian
...Erotik mit.© Foto: Carsten Christian
Kurator Wolfgang Volz, Gasometer-Geschäftsführerin Jeanette Schmitz, Thorsten Bauer von "Urbanscreen" und Kurator Prof. Peter Pachnicke (v.l.).© Foto: Carsten Christian
Der Ausstellungsraum inszeniert die Kunst perfekt.© Foto: Carsten Christian
Die Bilder stehen auch im Kontext zueinander.© Foto: Carsten Christian
Nackte Haut gibt es auch zu sehen.© Foto: Carsten Christian
Die Schönheit im Anlitz des Menschen.© Foto: Carsten Christian
In der zweiten Ebene ergibt sich durch die Stahlträger eine Art Labyrinth.© Foto: Carsten Christian
Oft rahmen die Streben Bilder ein.© Foto: Carsten Christian
Spiel aus Licht und Schatten.© Foto: Carsten Christian
Der Blickwinkel zähl. Je nach dem, wo der Besucher steht, ergeben sich andere Szenen.© Foto: Carsten Christian
Die Schönheit des Schreckens© Foto: Carsten Christian
Die zerfließenden Uhren von Dalí erkennen viele wieder.© Foto: Carsten Christian
Eine feurige Szene© Foto: Carsten Christian
Der Denker© Foto: Carsten Christian

Nun also der neue Versuch gemeinsam mit der Bremer Künstlergruppe "Urbanscreen". Bekannt wurde das Team 2012, als es die "Segel" des Opernhauses in Sydney spektakulär beleuchtete.

Und auch in Oberhausen ist ein optisches Feuerwerk entstanden. Ausgehend von der Spitze der Kuppel strömen dem Betrachter Linien aus Licht entgegen, bis sie ihn vollständig umgeben. Es wirkt wie ein Vorhang, der leicht im Wind weht. Stahl wirkt wie Stoff.

 

Das Bild verändert sich, Flächen scheinen hervorzutreten. Die glatte Oberfläche der Kuppel bekommt eine Struktur. Ein 3D-Effekt vom Feinsten. Für dieses Kunstwerk aus Licht kombinieren 21 Projektoren aus einzelnen Teilen ein gesamtes Bild.Musikalische Untermalung

"So einfach es klingt, der erste Schritt war, sich den Ort anzugucken", so Thorsten Bauer, Mitglied von Urbanscreen. Denn am Anfang stehe immer die Frage, wie Kunst und Raum am besten zusammenspielen. "Die kathedrale Wirkung der Kuppel ist natürlich etwas Besonderes."

Sie verlange aber auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Projekt. Um die Besucher nicht mit den über 100 Meter hohen Bildern zu erschlagen, entschied sich das Team für eine optische Reduktion auf grafische Formen. Für die musikalische Untermalung nutzte Urbanscreen ebenfalls die Besonderheiten des Ortes, wie Thorsten Bauer erläutert: "Wir gebrauchen den gigantischen Widerhall des Gasometers als Teil der Komposition."

Aus dem Spiel von Architektur, Licht und Klängen entsteht ein fließendes Kunstwerk, dessen beinahe spirituelle Schönheit der Besucher nur vor Ort begreifen kann.

"Natürlich kann es sich jeder zu Hause auf den Bildschirm angucken, aber das ist nicht das Gleiche", ist sich Bauer sicher. Noch bis zum 30. Dezember läuft "Der schöne Schein". Solange ist auch "320° Licht" zu sehen. Danach nie wieder. Für Thorsten Bauer ist das die Poesie seiner Arbeit: "Lichtkunst besteht nur im Moment. Und erlischt irgendwann für immer." 

Gasometer Oberhausen: "Der schöne Schein", 11.4.-30.12., Arenastraße 11, Di-So 10-18 Uhr, Katalog 19,95 Euro.