Liebesgrüße ins Jenseits

Film "SMS für Dich"

Geht doch - endlich eine romantische Komödie, die uns emotional abholt. Wo man einem Pärchen den Daumen drückt, mit ihm leidet und schmachtet, den Kopf abschaltet und einfach dahinschmilzt. "SMS für Dich" heißt das Regiedebüt von Karoline Herfurth.

15.09.2016, 15:17 Uhr / Lesedauer: 1 min
Liebesgrüße ins Jenseits

Karoline Herfurth und Friedrich Mücke auf ihrem steinigen Weg zum Happy-End.

Als Schauspielerin ("Fack ju Göhte", "Rico, Oskar und die Tieferschatten") ist die 32-Jährige sowieso ein Schnuckelchen, frei nach dem Motto "Ich bin ja so verschossen in Deine Sommersprossen". Den Nimbus der Sympathie wahrt sie auch in ihrem Film, wo Herfurth die Kinderbuch-Autorin Clara spielt. Die Ärmste: Vor ihren Augen wird Claras Freund überfahren und getötet.

Die Kummerpflanze hat den Blues

Zwei Jahre später hat sie immer noch den Blues. Die Kummerpflanze zieht zu ihrer Freundin Katja (Nora Tschirner), mit der kann sie ab und zu lachen. In einer Kiste findet Clara das Handy des toten Freundes. Sie kommt auf die Idee, ihm SMS-Nachrichten zu schicken, Liebesgrüße ins Jenseits.

Der Anschluss ist allerdings neu vergeben. So empfängt der Sportjournalist Mark (Friedrich Mücke) Claras Botschaften. Alles weitere errät man. Mark verliebt sich, sucht die Absenderin, verliebt sich noch doller, als er Clara vor Augen hat. Märchenschmus? Klar, aber so goldig im Leben und den Figuren verankert, dass man der Story auf den Leim geht.

Nora Tschirner bezaubert

"SMS für Dich" karikiert gelegentlich beim Personal, hebt aber nicht ab ins Wolkenkuckucksheim. Katja Riemann spielt eine Schlagerdiva à la Helene Fischer, die Mark mit Tipps in Sachen Liebe füttert. Friederike Kempter ist als Marks Verlobte zu sehen. Frederick Lau gibt Marks Spezi, Nora Tschirner bezaubert mit Schalk und Berliner Schnauze.

Es sind Charaktere, keine Knalltüten, wie man sie aus Komödien von Schweiger und Schweighöfer kennt. "SMS für Dich" hat ein Herz, wo Filme dieser Herren einen Lachsack haben. Das macht den Unterschied, das scheidet Kasperei von Humor. Herfurth bemüht nicht die Brechstange, ihre Komik sprießt im Humus des Möglichen und Wahrscheinlichen. Der Glücksfall einer beschwingten Romanze.

 

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