Liebespaar mit Zipfelmützen

"Gnomeo und Julia" im Kino

Mal etwas anderes: Shakespeares „Romeo und Julia“ unter Gartenzwergen. Ein Animationsfilm (Regie: Kelly Asbury), der lange in der Hollywood-Pipeline steckte, sieben Autoren verschliss, um dann von Kanadiern programmiert und Disney verliehen zu werden.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 28.03.2011, 19:06 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gartenzwerge spielen »Gnomeo und Julia«.

Gartenzwerge spielen »Gnomeo und Julia«.

Links wohnt Miss Montague, rechts Mister Capulet, spinnefeind miteinander. Gleiches gilt für ihre Gartenzwerge. Vor Menschen stehen sie starr in der Gegend, ohne Zeugen liefern sie sich einen Kleinkrieg. Die Roten gegen die Blauen. Sie fahren auf Rasenmähern um die Wette, kappen Nachbars schönste Blumen, stecken in einer Erbfehde. Und doch ist es Liebe auf den ersten Blick, als sich Gnomeo und Julia nachts treffen. Das geheime Leben der Gartenzwerge. Die Idee hat man sich bei „Toy Story“ geborgt. Puppen wie Zwerge haben Charakter. Julia hat einen Laubfrosch als Zofe: Riesenmaul mit Lippenstift, kesse Klappe.

Noch mehr Zwerge, Hoppelhasen, Bambi-Reh. Der Standard der Animation ist hoch, Pflanzen, Bewegungen, selbst Lackmängel auf Terracotta sind gut getroffen. Die Story aber bleibt zusammengeschusterte Nummernrevue. Gewusel und Radau, das Haus als Hindernisparcours. Anders als bei „Toy Story“ wächst einem keine Figur wirklich ans Herz. Trotzdem: Platz 1 der deutschen Kinocharts.

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