Live-Ticker für Fußball-Vereine bald Pflicht?

In Bayern ab der Bezirksliga eingeführt

Schnell mal schauen, wie es auf den anderen Plätzen steht. Liegt der Landesliga-Konkurrent in Führung? Und was ist in der Bezirksliga los? In Bayern wird das Tickern zur Pflicht - beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) nicht. Auf DFBnet.de gibt es aber die Möglichkeit, freiwillig zu Tickern.

BOCHUM

von Von Martin Jagusch und Julian Mester

, 20.07.2014 / Lesedauer: 3 min
Live-Ticker für Fußball-Vereine bald Pflicht?

Marco Rudnik war vom Auftritt seiner Mannschaft maßlos enttäuscht.

Für große Aufregung sorgt eine neue Vorgabe im Bayerischen Fußball-Verband (BFV): Ab dieser Saison müssen alle Amateurvereine, die in der Bezirksliga oder höher spielen, die aktuellen Spielstände im BFV-Live-Ticker eintragen. Über das Smartphone oder über den PC, jedes Tor muss sofort gemeldet werden. Machen die Vereine das nicht, schickt der Verband einen Mitarbeiter zum Tickern. Der betroffene Verein muss dann 30 Euro für den Mitarbeiter pro Spiel bezahlen.30 Euro Den bayerischen Klubs wurde von ihrem Verband daher nahegelegt, einen Medienvertreter zu installieren, der sich ums Tickern kümmert. Pro Begegnung sei ein Vereinsvertreter für die Ergebnisübermittlung zuständig, in der Regel vom Heimteam. An der Basis kommt diese Vorgabe in Bayern nicht gut an. Die Ankündigung der Ticker-Pflicht stieß bei Vereinsvertretern auf entschiedene Ablehnung. Beim FLVW gibt es bislang keine Planungen, den Live-Ticker für Amateure verpflichtend einzuführen. Über die Verbands-Homepage ist der Ticker abrufbar und es ist auch möglich, diesen auf der eigenen Vereinsseite einzubinden. Das Tickern beruht aber weiterhin auf absoluter Freiwilligkeit. Von der Einführung der Ticker-Vorgabe in anderen Verbänden zeigte sich Christian Schubert vom FLVW "überrascht". Im vergangenen Jahr testete der Verband den Liveticker in der Oberliga Westfalen. Dort wurde das Angebot "gut angenommen", so Schubert.Nun ist es in dieser Saison allen Amateurmannschaften, bei denen die Ergebnisse über fussball.de erhoben werden, möglich, selbst zu tickern."Übertrieben" Gegen einen Zwang für die Vereine, einen solchen Live-Ticker zu installieren, ist Uwe Gottschling vom Bezirksligisten Concordia Wiemelhausen: "Nach jedem Tor gleich an das Handy zu gehen und den Torschützen einzugeben halte ich im Amateurfußball für übertrieben. Dafür müssten wir ja eine weitere Person extra abstellen. Ob dies umsetzbar ist, erscheint mir fraglich." "Generell ist so ein Live-Ticker sicherlich eine interessante Sache", erklärt Michael Krumm, Sportlicher Leiter des Landesliga-Aufstiegers VfB Günnigfeld: "Die Frage ist jedoch, ob es auch durchführbar ist, ob die Vereine personell und technisch, dies auch umzusetzen. Mir selbst würde es nichts ausmachen, zu tickern." "Freiwillig ist in Ordnung" Marco Rudnik, Trainer des Westfalenligisten DJK TuS Hordel, hält nicht viel davon, die Vereine zu einem Live-Ticker zu verpflichten: "Wenn ein Verein dies freiwillig machen will, dann ist das in Ordnung. Für einen Urlauber ist dies sicherlich eine tolle Sache, auch in Italien oder Spanien zeitnah informiert zu werden. Aber ich weiß nicht, ob die Vereine dafür extra in die Pflicht genommen werden müssen."Die Ruhr Nachrichten werden auch in der Spielzeit 2014/15 wieder an jedem Wochenende Spiele aus dem Amateurbereich live tickern. www.ruhrnachrichten.de

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