LKW-Experte äußert sich zu Vorurteilen

Falsche Kritik

BRACKEL 39 Jahre hat Horst Sonnenschein LKW gefahren, seit 30 Jahren ist er Mitglied im Prüfungsausschuss. Jetzt scheint es ihm an der Zeit, eine Lanze für seine Kollegen zu brechen.

von Von Petra Frommeyer

, 23.07.2009, 07:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Horst Sonnenschein hat jeden Bericht über seinen Berufsstand gesammelt.

Horst Sonnenschein hat jeden Bericht über seinen Berufsstand gesammelt.

Die Firma beschäftigt seit geraumer Zeit die Bezirksvertretung Brackel.  „Dieselben Leute, die sich über den Verkehr beschweren, wollen aber morgens ihr frisches Obst, ihren Joghurt und das Fleisch im Supermarkt kaufen. Machen sich diese egozentrischen Protestler eigentlich Gedanken darüber, wer die täglichen Warenströme bewerkstelligt?“ kritisiert er. Nach Sonnenscheins Ansicht werden die Falschen an den Pranger gestellt. Verantwortlich seien die „Politikeretagen“, die die Zeichen der Zeit nicht oder zu spät erkannt hätten.

Die Konsumansprüche seien gestiegen, das Warenumschlags-Verkehrsaufkommen dementsprechend, aber an richtungsweisender Verkehrslenkung fehle es, so Sonnenschein. „Sind das nicht dieselben Verantwortlichen, die Bauland im Umfeld anzuliefernder Betriebe freigeben?“ fragt er sich. Erst dadurch würden die Fahrer doch gezwungen, durch Wohngebiete zu rangieren. Dann regten sich die Menschen auch noch über LKW auf, die am Straßenrand parkten. Warum sie das tun? „Weil es nicht genügend Plätze gibt, auf denen die Fahrer ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten können“, meint Sonnenschein.

Die Sorge um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer sei angebracht, schränkt der Rentner ein. Besonders, wenn, wie vor kurzem am Brackeler Hellweg, ein Laster mit nicht richtig gesicherter Ladung gestoppt wird. „Doch das ist nicht die Regel“, versichert der Prüfer. „Hysterische Verallgemeinerungen“ genervter Bürger machen ihn wütend. „Denn ich habe immer noch ein Stück Trucker-Ehre im Leib.“

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