Loveparade 2009: Rettungsversuch gescheitert

BOCHUM Es bleibt dabei: Die Loveparade fällt in diesem Jahr aus. Daran wird auch die vermeintlich rettende Idee von NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke, die Mega-Party in Bochum auf der A40 steigen zu lassen, nichts ändern. Dieser Vorschlag ist ein alter Hut.

von Von Christoph Walter

, 19.01.2009, 15:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Schuld dafür, dass die Loveparade 2009 nicht nach Bochum kommt, hat die Stadt am Dienstag zurückgewiesen.

Die Schuld dafür, dass die Loveparade 2009 nicht nach Bochum kommt, hat die Stadt am Dienstag zurückgewiesen.

„Natürlich hatten wir im Vorfeld auch die A 40 in unsere Planung einbezogen und waren zu der Erkenntnis gekommen, dass sie als Veranstaltungsort ungeeignet ist“, erklärte der Sprecher des Loveparade-Veranstalters Lopavent, Björn Köllen, auf RN-Anfrage. Gegen den Rave auf dem Ruhrschnellweg spricht laut Köllen die Lage der Autobahn: Auch wenn die Entfernung vom Hauptbahnhof nur zwei Kilometer betrage, sei die A 40 für die Besuchermassen zu Fuß schlecht zu erreichen. „Man bekommt die Leute da weder gut hin noch gut weg – das funktioniert logistisch nicht.“

Überraschte Oberbürgermeisterin Die spontane Initiative von NRW-Minister Wittke, die Party doch noch retten zu wollen, überraschte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz. „Dass die A 40 aus Sicht der Loveparade-Macher nicht in Frage kommt, war längst geklärt. Das hatten wir vorher alles durchdekliniert.“ Lopavent-Sprecher Köllen gab weiter zu bedenken, dass durch die Autobahn-Lösung das Platzproblem im Bochumer Bahnhof nicht aus der Welt sei. Geplante Gleisbauarbeiten, die nach Einschätzung der Stadtverwaltung die Kapazitäten des Bahnhofs zu stark einschränken, würden „trotzdem stattfinden“, sagte Köllen. „Deshalb ist für uns das Thema in diesem Jahr abgehakt. Wir konzentrieren uns lieber voll auf die Parade 2010 in Duisburg.“

"Vorschlag viel zu unkonkret" Ob sich der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) prinzipiell in der Lage gesehen hätte, hunderttausende Loveparade-Gäste in Bochum auf die A 40 zu bringen, vermochte seitens des Verkehrsbetriebs niemand zu sagen. „Das wäre reine Spekulation“, erklärte VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik. „Der Vorschlag von Minister Wittke ist viel zu unkonkret, um ernsthaft Überlegungen anstellen zu können.“