Loveparade-Debakel: Stadt Bochum weist Schuld zurück

BOCHUM Die Stadt Bochum versteht sich nicht als Sündenbock für die überraschend geplatzten Loveparade-Pläne. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz reichte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz am Dienstag den "Schwarzen Peter" an den Loveparade-Veranstalter Lopavent weiter.

von Von Christoph Walter

, 20.01.2009, 15:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Doch eine Lösung zu finden, erwies sich zunehmend als unmöglich", so Scholz weiter. Zumal die Deutsche Bahn die Planungen durch eine Großbaustelle im Bochumer Hauptbahnhof parallel zum bevorzugten Loveparade-Termin, dem 18. Juli,  zusätzlich erschwert hätte. "Wir haben an oberster Stelle bei der Bahn angefragt, diesen Bautermin um eine Woche zu verschieben. Das hätte vielleicht etwas geholfen, ließ sich aber am Ende nicht realisieren", sagte Dezernentin Jägers. Als dann auch noch die Polizei zu der Erkenntnis gekommen sei, dass in der unmittelbaren Bochumer Innenstadt "bestenfalls Großveranstaltungen mit maximal 400 000 Besuchern" gesichert werden könnten, wie der Leitende Bochumer Polizeidirektor Martin Jansen bestätigte, habe die Stadt dem Veranstalter laut Scholz Alternativvorschläge in dezentraler Lage machen müssen: Etwa die Loveparade auf dem Hauptparkplatz vor dem Opel-Werk in Bochum-Laer zu veranstalten. "Auf solche Vorschläge wollte sich Lopavent aber nicht einlassen, weil die nicht zum Konzept der Party passen würden", so Jägers. Die Loveparade-Macher hätten weiter auf die Innenstadt gepocht, fügte Scholz hinzu. Die Loveparade sei folglich zum Scheitern verurteilt gewesen. Denn, so Scholz: "Lopavent und wir hatten unterschiedliche Vorstellungen. Das hat zum Schluss nicht zusammengepasst."

An weiteren Diskussionen über die Absage, insbesondere die Schuldfrage, hat Lopavent-Sprecher Björn Köllen kein Interesse. „Das macht doch keinen Sinn“, sagte er. „Wir haben mit dem Thema Loveparade 2009 abgeschlossen.“ Lediglich die Opel-Lösung, die die Stadt vorgeschlagen hatte, kommentierte Köllen knapp:  "Der Parkplatz kam schon allein aus technischer Sicht nicht in Frage, da es dort Steigungen gibt, die zu steil für die Musikwagen gewesen wären."