Loveparade-Opfer wollen Staatsanwaltschaft anzeigen

Verzögertes Verfahren

Die Katastrophe bei der Loveparade 2010, bei der 21 Menschen starben, ist juristisch immer noch nicht aufgearbeitet. Betroffene und Hinterbliebene der Opfer erheben deshalb jetzt Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft und wollen ihrerseits Anzeige erstatten. Der Vorwurf: Strafvereitelung im Amt.

DUISBURG

11.03.2015, 15:34 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Loveparade-Verfahren verzögert sich weiter. Betroffene und Hinterbliebene wollen deshalb jetzt die Staatsanwaltschaft anzeigen.

Das Loveparade-Verfahren verzögert sich weiter. Betroffene und Hinterbliebene wollen deshalb jetzt die Staatsanwaltschaft anzeigen.

Bald vier Jahre nach der Tragödie bei der Duisburger Loveparade wollen Angehörige der Opfer Strafanzeige gegen die zuständige Staatsanwaltschaft stellen. Sie seien enttäuscht über angebliche Verzögerungen, außerdem habe die Duisburger Anklagebehörde bei der Aufklärung des Unglücks Fehler gemacht, erklärte ein Vertreter der Betroffenen-Initiative „Lopa2010“ am Mittwoch. Am 24. Juli 2010 waren bei der Katastrophe 21 Menschen gestorben, Hunderte wurden verletzt und traumatisiert.

Mögliches Verfahren verzögert sich

Nach der Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft vor einem Jahr war es mehrfach zu Verzögerungen gekommen, unter anderem weil Akten fehlten. Seither prüft das Landgericht die Zulassung der Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Weitere Fragen zu einem Gutachten sollen in den nächsten drei Monaten beantwortet werden. Erneut verzögert sich so ein mögliches Verfahren.

Die Betroffenen fürchten, dass wichtige Fristen verstreichen und der Prozess am Ende ganz platzen könnte. „Wir berufen uns bei unserer Anzeige auf Paragraf 258a, Strafvereitelung im Amt. Ohne Rechtsprechung können die Hinterbliebenen keinen Schlusspunkt finden“, sagte der Sprecher der Opfer, Jörn Teich.

Von dpa