Lüftungsheizung: Bringt auch im Sommer Frischluft ins Haus

Tipp für Immobilienbesitzer

Manche Heizung ist sogar im Sommer eine gute Sache. Denn sie kann auch für frische Luft in den Räumen sorgen. Man spricht hierbei von Lüftungs-, Warmluft- oder Frischluftheizungen.

Ruhrgebiet

20.07.2021, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Lüftungsheizung kümmert sich um den Luftaustausch im Gebäude - man muss dafür also nicht die Fenster händisch öffnen.

Eine Lüftungsheizung kümmert sich um den Luftaustausch im Gebäude - man muss dafür also nicht die Fenster händisch öffnen. © picture alliance/dpa/Stiebel-Eltron

Diese Anlagen können auch an Tagen genutzt werden, an denen gar keine Wärme im Haus gebraucht wird. Wie der Name bereits sagt, belüftet die Frischluftheizung auch die Wohnung. Wo genau eignet sich eine solche Heizung?

So funktioniert die Lüftungsheizung

Das Herz dieses Heizungssystems ist eine Lüftungsanlage, die vor allem für den gesamten Luftaustausch im Gebäude sorgt. Man muss damit nicht mehr händisch die Fenster öffnen, um die Innenluft auszutauschen. Trotzdem bleibt es weiterhin möglich, auch durch die Fenster zu lüften.

Winter übernehmen und bläst dann warme Luft in die Zimmer. Die dafür nötige Wärme produziert eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die der Außenluft außerdem Energie für die weitere Warmwassererzeugung entzieht.

Vorteil: Immer gut belüftet

Mit der Heizung komme „ein technisch kontrolliertes Lüftungssystem ins Haus“, sagt Martin Brandis von der Energieberatung der Verbraucherzentralen. „Die Luftheizung stellt sicher, dass das Gebäude immer ausreichend belüftet wird, was bei gut gedämmten und fast luftdichten modernen Gebäuden besonders wichtig ist, um Schimmel und andere Schäden zu vermeiden.“

Für Claus Händel vom Fachverband Gebäude-Klima ist die Doppelfunktion des Belüftens und Heizens erwähnenswert. „Das spart Investitionen, zum Beispiel in eine Fußbodenheizung.“ Die Frischluftheizung sei auch „eine sehr energieeffiziente Technik, wenn sie in das passende Haus installiert wird.“

Eine hohe Wärmedämmung ist Bedingung

Lüftungsheizungen funktionieren nur in Gebäuden mit sehr hohem Wärmedämmstandard. „Dann reicht der Luftvolumenstrom fast vollständig aus, um die Räume zu beheizen“, sagt Claus Händel. Mindestens 90 Prozent des Wärmebedarfs sollten durch den Luftstrom gedeckt sein. Dann sei es energetisch vertretbar, den Rest bedarfsgerecht mit einer elektrischen Zusatzheizung direkt zu erzeugen.

Solche Werte erzielt man nur in Gebäuden, deren Energiebedarf deutlich unter den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) liegt, mindestens beim KfW-Standard 55, besser aber KfW 40. Fertighäuser können durchaus dazu gehören, aber nicht jedes Modell ist dann auch für diese Heizart geeignet, erklärt Marc Ellinger vom Verband Privater Bauherren (VPB).

Nachteil: Trockene Luft im Winter

Denn eine Durchwärmung der Bauteile, die dann als Speichermasse wirken können, ist durch erwärmte Raumluft kaum möglich. Wenn die Heizung abgeschaltet wird, sind die Wohnräume innerhalb kürzester Zeit ausgekühlt. „Das heißt, Lüftungsheizungen funktionieren nur in Häusern in Holztafelbauweise, deren Gebäudehülle im Wesentlichen aus Wärmedämmung besteht“, sagt Ellinger. „Für Massivbauten mit ihren wärmespeichernden Decken und Wänden sind sie eher ungeeignet, sobald diese eine höhere Heizlast haben.“

Eine Lüftungsheizung kann an kalten Tagen eine zusätzliche Heizung benötigen, um eine angenehme Wärme im Haus zu erzeugen. „In vielen Fällen wird die zusätzliche Heizung elektrisch betrieben. Dann ist darauf zu achten, dass der Strombedarf der Zusatzheizung nicht zu hoch ausfällt“, sagt Brandis.

Den Räumen wird im Winter trockene, erwärmte Außenluft zugeführt, was deren relative Luftfeuchte verringert. Das könne zu Erkrankungen der Atemwege bei den Bewohnern führen, sagt Ellinger. Die Lösung könne ein Luftbefeuchter sein, aber die Geräte verbrauchen reichlich Strom.

RND/dpa

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