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Arzt tauscht Rettungshubschrauber gegen Trauzimmer

Heiraten am Silvestertag

Eigentlich hätte Dr. Fabian Grundmann an Silvester Notarzt-Dienst auf dem Rettungshubschrauber Christoph 8 gehabt. Doch er tauschte mit einem Kollegen. Und das aus einem wichtigen Grund.

Lünen

, 31.12.2018
Arzt tauscht Rettungshubschrauber gegen Trauzimmer

„Sie dürfen die Braut jetzt küssen", sagte Standesamtsleiter Peter Krieger (r.) zu Dr. Fabian Grundmann, der sich nicht lange bitte ließ und seine Frau Mareike innig küsste. © Foto: Beuckelmann

Mit Anzug und Krawatte saß der 34-jährige Anästhesist um 10.30 Uhr vor dem Standesbeamten Peter Krieger, um im Trauzimmer von Schloss Schwansbell seiner große Liebe Mareike Hartung (34) das Ja-Wort zu geben. „Wir sind seit über 14 Jahren fest zusammen“, sagte Fabian Grundmann und erklärte, warum sich das Paar am 31. Dezember standesamtlich trauen lassen möchte: „Meine Großeltern Paul und Martha Majchrzak haben vor fast 75 Jahren auch an Silvester geheiratet.“ Leider konnte das Ehepaar, beide sind über 90 Jahre alt, nicht persönlich bei der Trauung des Enkels dabei sein. Doch im Herzen waren sie ihm und seiner Braut wohl nah.

Arzt tauscht Rettungshubschrauber gegen Trauzimmer

Als das glückliche Paar mit ihrem Sohn das Trauzimmer im Museum Schloss Schwansbell verließ, erwarteten sie Verwandte, Freunde und Bekannte um ihnen zu gratulieren. © Foto: Beuckelmann

„Man hat immer am Hochzeitstag ein großes Feuerwerk, das ist schon etwas Schönes“, meinte Peter Grundmann, der Vater des Bräutigams, der erst vor einigen Tagen vom Hochzeitsplan erfahren habe. Genauso wie die weiteren Hochzeitsgäste, die von der Ambiente-Trauung überrascht wurden. Lasse (19 Monate) nahm die Trauung seiner Eltern gelassen, krabbelte auf dem Boden und saß dann kurz auf dem Schoß seines Vaters.

Aus Lünen, Dortmund, Marl und Bochum

„Auf keinen Fall will ich Ihnen ein Paar Tipps oder Ratschläge für Ihre Eheschließung geben“, sagte Standesamtsleiter Peter Krieger. Wichtig für die Ehe seien aber gegenseitige Akzeptanz, Toleranz, Offenheit und Austausch, betonte Krieger, der fünf Paare an Silvester traute, je eines aus Lünen, Dortmund und Marl sowie zwei aus Bochum.

Arzt tauscht Rettungshubschrauber gegen Trauzimmer

Auch Claudia Rößler und Oliver Westphal aus Bochum gaben sich am 31.12. das Ja-Wort und posierten danach vor dem Schloss Schwansbell zum Foto. © Foto: Beuckelmann

Darunter auch Claudia Rößler und Oliver Westphal. Warum eine Hochzeit am 31.12.? „Wir sind spontan“, antwortete das Paar, das sich vor 17 Jahren im Internet kennen gelernt hat. Claudia und Oliver kamen ohne Gäste, nur in Begleitung eines Fotografen und hatten geplant, anschließend per Zug nach Berlin zu fahren, um hier Silvester und die Hochzeit zu feiern.

Auch Christel Fröhlich und Peter Aufdemkampe aus Dortmund gaben sich das Ja-Wort. „Wir kennen uns schon seit 35 Jahren und haben uns jetzt wiedergefunden“, so die Braut, die das Trauzimmer am Schloss Schwansbell „spitze“ findet. Einen Wunsch hatten indes Gäste, die mit Fahrrädern kamen: „Schön wären Stellplätze am Eingang.“

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