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Der Fluch der guten Tat

NORDLÜNEN Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Übertriebene Vorsicht der Killer der guten Tat. Dieses Motto schwebte gestern Nachmittag über dem Theaterstück, das die Mitglieder der Heliand-Frauenhilfe in ihrem Gemeindesaal an der Nagellstraße zu sehen bekamen.

von Von Günther Goldstein

, 22.11.2007
Der Fluch der guten Tat

Hände weg von meiner Einkaufstasche oder ich rufe die Polizei. Dabei wollte Rentner Bertl (Ingrid Wollny) der alten Dame (Erika Willamowski) doch nur Tragen helfen.

Es war der schon traditionelle Termin im November, an dem sich die Frauen einmal so richtig amüsieren konnten. Dass dieser Termin mit dem etwas ernsteren Datum des Buß- und Bettages zusammenfiel war reiner Zufall. Zumindest die Andacht zu Beginn durch Pfarrer Quade wurde dem evangelischen Feiertag gerecht.

Bei Kaffee und Kuchen lockerte sich die Stimmung dann schon im voll besetzten Gemeindesaal, um dann bei dem Theaterstück ganz ins Heitere zu gleiten.

Der Titel "Das Weihnachtsfenster" von Waltraud Götz verriet nicht das Meiste. Doch die Katze war schnell aus dem Sack, je weiter die fünf Darstellerinnen in die Handlung eindrangen. Sie handelte von dem Rentner Bertl, den Ingrid Wollny (mit gelungener Maskerade) darstellte, der wie so viele seiner Artgenossen gelangweilt vor dem Fenster sitzt und die Menschen draußen beobachtet.

Es geht auf Weihnachten zu und er verspürt den dringenden Zwang, in bester Pfadfindermanier eine gute Tat zu vollbringen und einem vermeintlich bedürftigen Menschen eine Freude zu bereiten. Seine Frau Elli (Jutta Käfer) beobachtet belustigt den Aktionismus ihres Gatten.

Gute Taten nicht mehr gefragt

Er entdeckt eine alte Dame (Erika Willamowski) mit einer schweren Einkaufstasche und will ihr helfen. Sie aber fühlt sich bedroht, zitiert Eduard Zimmermann und Aktenzeichen XY und ruft nach der Polizei. Auch bei einem Obdachlosen (Anna Homberg) und bei der noch jungen Penny (Renate Winter) erlebt er ein Fiasko. Er muss feststellen: Niemand will seine Hilfe. Gute Taten sind nicht mehr gefragt.

Erst Bertls Frau Elli schafft den Dreh zu einem versöhnlichen und weihnachtlichen Ende.

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