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Horst Janson gibt den alten Mann und das Meer

Lüner Heinz-Hilpert-Theater

Einen alten Mann auf der Bühne zu geben - das dürfte dem 79-jährigen Schauspieler Horst Janson nicht schwer fallen. Die größere Aufgabe für ihn wird darin bestehen, vor dem Publikum einen Fisch und ein Meer erscheinen zu lassen. Denn die wird es am Dienstag, 4. November, im Lüner Heinz-Hilpert-Theater nicht geben. Es scheint ihm zu gelingen.

LÜNEN

, 03.11.2014

Den „Bastian“ wird Horst Janson nicht los, auch über 40 Jahre nach der Erstausstrahlung der ZDF-Vorabendserie. Böse ist der mittlerweile 79-jährige Schauspieler nicht, wenn er noch immer auf diese Rolle des ewigen, langhaarigen Studenten angesprochen wird. „Dem Bastian verdanke ich einen Großteil meiner Popularität. Insofern war es auch eine Traumrolle für mich“, erzählt Janson.

Am Dienstag, 4. November, steht er um 20 Uhr im Lüner Heinz-Hilpert-Theater auf der Bühne, in der Theateradaption von Hemingways „Der alte Mann und das Meer“. Zusammen mit zwei jungen Kollegen und einer Band. Die größte Bühnenpräsenz aber gehört Janson, der die Geschichte des alten Fischers auf die Bühne bringt. „Meine große Aufgabe als Schauspieler ist es, so überzeugend zu spielen, dass der Zuschauer den Fisch und das Meer, die ja nicht da sind, in seiner Fantasie sieht.“ Die Kritiker überschlagen sich mit Lob für die Inszenierung. Die war zunächst ein Wagnis, denn bislang hatte weltweit noch niemand versucht, das Buch als Theaterstück zu präsentieren. 2010 und 2011 spielte Janson den „Santiago“ bei Freilicht-Aufführungen. Seit 2012 ist er mit dem Team des Eurostudios Landgraf immer wieder auf Tournee. „In bequemen, für uns umgebauten Kleintransportern. Wir spielen in ganz Deutschland, waren auch schon in Östereich und der Schweiz“, so Janson. Von Lünen aus geht es nach Rinteln im Weserbergland.

„Diese Tournee ist aber relativ kurz, wir haben dann bis Februar erst mal Pause. Dann geht es weiter.“ Mit der Traumrolle des „Santiago“. Auch wenn viele Zuschauer beim Namen „Horst Janson“ eben immer noch an den „Bastian“ denken. Dabei hätte Janson die Rolle beinahe gar nicht gespielt. „Meine damalige Agentur wollte schon absagen, aber ich bestand darauf, wenigstens die Bücher erstmal zu lesen.“ Zum Glück  - für ihn und die Zuschauer. Dabei war Janson bei Drehbeginn 1972 „schon“ knapp 37, also gut zehn Jahre älter als die Figur, die er spielen sollte. „Aber ich bin mit meinen damals beim Fernsehen verpönten langen Haaren zur Produktion gegangen und man hat mich genommen.“   Erst später erfuhr er von Autorin Barbara Noack, das die beim Schreiben einen ganz anderen Typ vor Augen hatte – den US-Schauspieler Dustin Hoffman. Aber das konnte die durch die Dreharbeiten entstandene Freundschaft zwischen der Schriftstellerin und dem Schauspieler nicht entzweien.

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