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Integration durch die Sprache der Musik

LÜNEN Seit 20 Jahren lebt sie in Deutschland. Noch nie im Leben war sie in einem Konzert. Am Freitag besuchte Huong Nguyen aus Vietnam im Heinz-Hilpert-Theater den Konzertabend "Orient und Okzident" mit der Neuen Philharmonie Westfalen. Sie war begeistert.

von Von Volker Beuckelmann

, 11.11.2007

"Es hat mir sehr gut gefallen. Eine Fortsetzung wäre nicht schlecht. Ich würde schon wiederkommen, wenn ich die Gelegenheit habe", sagt Huong Nguyen. Fast 300 Besucher erlebten ein beeindruckendes Sinfoniekonzert, das es in Lünen so noch nicht gegeben hat. Die rund 60 Musiker der Neuen Philharmonie Westfalen spielten ein multikulturelles Programm speziell für Menschen mit Migrationshintergrund. Ungewohnte Klangwelten ertönten zu Beginn mit dem Stück "Orient & Occident" in Streicherbesetzung, das von Arvo Pärt (Estland) komponiert wurde.

"Ich finde das ganz interessant und schön. Mozart und Bach hört man ja oft, eine türkische Sinfonie aber nicht alle Tage", sagte Cansu Cingöz (15/) aus Bönen, die mit ihren Eltern das Konzert besuchte. Ihr Interesse galt vor allem dem "Konzert für Violine und Orchester op.44" des türkischen Komponisten Ahmed Adnan Saygun. "Wir leben ja in einer multikulturellen Welt, da sollte man auch mal so etwas auf sich wirken lassen. Wiederkommen würde ich gerne", so Cingöz.

Landrat Michael Makiolla zog ein positives Fazit: "Ich bin sehr freudig überrascht, wie viele Leute gekommen sind." Thomas Hengstenberg, Kulturchef vom Kreis Unna, und Dr. Jochen Drath vom Verein der Theaterfreunde schlossen sich diesem Urteil an. Mit Blick auf das Projekt "Ruhr 2010 Kulturhauptstadt Europas" betonten sie, dass das Konzert für die kulturelle Entwicklung ein wichtiger Beitrag gewesen sei. Viktor Schulz genoss den Abend in Begleitung seiner Freundin Victoria Kolesnikow. Beiden gefiel das Stück "Schehrazade" von Nikolai Rimski-Korsakow (Russland). "Ich finde das sehr interessant. Man hört ja nicht so oft die orientalische Klassik", sagte der Russland-Deutsche.

  

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