Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Klares Ja zum Nein

BRAMBAUER Vierte Klasse Kelmschule: Zwei Schauspieler schauspielern böses Leben. Sexueller Missbrauch. Dann sagen sie den Kindern, wie sie sich schützen können: Lernt nein sagen! Schreit um Hilfe, wenn Euch jemand bedrängt!

von Von Karl-Heinz Knepper

, 13.11.2007
Klares Ja zum Nein

Grapschen und Bedrängen verboten! Die Schauspieler Susanne Dieterich und Andreas Gilles gaben den Kelmschülern wertvolle Hinweise, wie sie sich schützen können.

Wieder Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück. Wieder geht es um das Erkennen und Abwehren von sexuellen Übergriffen. Wieder soll das Selbstbewusstsein der Jungen und Mädchen im Kampf gegen pädophiles Unwesen aufgerüstet werden.

"Dabei wird ausdrücklich vermieden, den Kindern Angst und Misstrauen zu vermitteln", sagt Schulleiter Hans-Gerd Scheidle. Er ist ein Fan der Osnabrücker Aufklärer. Schlüsselszenen werden dabei in mehreren Varianten gezeigt, mit negativem wie mit positivem Ausgang. "Vertrauen ist wichtig. Die Kinder müssen Vertrauen zu uns fassen", beteuert Schauspielerin Susanne Dieterich. Sie und ihr Kollege Andreas Gilles sind geübte Vorbeuger. Richtige Vielreisende in Sachen sexuelle Prävention an Schulen. 190 Schulklassen pro Jahr besuchen die beiden. 40 Teams bereisen für die Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück die ganze Republik.

Kinder kennen den Kloß im Hals

Immer wieder geht es darum, den Kindern zu vermitteln, nein zu sagen (schreien), wenn sie das Opfer eines sexuellen Übergriffs zu werden drohen. Appell der Schauspieler: "Mit einem lauten und deutlichen Nein könnt Ihr auf Euch aufmerksam machen, wenn Ihr Hilfe braucht."

Schauspielerin Susanne Dieterich spricht vom Kloß im Hals. Von dem Würgen, das man hat, wenn man ein Problem hat: "Ihr kennt das bestimmt. Wenn einen etwas bedrückt, tut es gut, wenn man darüber mit den Eltern oder Geschwistern spricht."

"Das mit dem Kloß kenne ich", ruft ein Mädchen. Die anderen nicken. Alles kleine Kloß-Kenner.

Wolf im Schafspelz ist nicht immer ein Fremder

Die Aufklärung an den Schulen heißt "Mein Körper gehört mir". "Dieses Gefühl muss den Jungen und Mädchen vermittelt werden und zur Verfügung stehen, wenn sie bedrängt werden", sagt Schauspieler Andreas Gilles. Der Schafspelz tragende Wolf ist nicht immer ein Fremder. Auch in Familien können Gefahren lauern.

Für Schulleiter Scheidle gehört dieses Aufklärungsprogramm durch die Theaterpädagogische Werkstatt zu den großen Bausteinen der präventiven Erziehung: "Leider finden wir für die Finanzierung keinen Sponsor, wie das in vielen anderen Städten der Fall ist."

Heißt: Der Förderverein der Schule springt ein, aber auch die Kinder entrichten ihren Anteil.

Lesen Sie jetzt