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Lobeshymnen für den Museumsleiter mit der wohl längsten Amtszeit

Abschied Dr. Lehnemann

Viele Ausstellungsstücke in seinem Museum sind Unikate. Er selbst ist nicht weniger einzigartig: Dr. Wingolf Lehnemann ragt heraus in der deutschen Museumslandschaft.

Lünen

, 12.01.2019
Lobeshymnen für den Museumsleiter mit der wohl längsten Amtszeit

Verabschiedung im Hansesaal mit (v.l.): Verena Burhenne (LWL), Kulturdezernent Horst Müller-Baß, Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, Dr. Wingolf Lehnemann, Nachfolgerin Dr. Katja Stromberg, stellv. Landrätin Elke Middendorf. © Goldstein

52 Jahre hat er das Museum der Stadt Lünen geleitet, noch dazu im Ehrenamt. Weder Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns noch Verena Burhenne vom Museumsamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) kennen jemanden, der ein Museum so lange oder gar länger geführt hat.

Das hoben beide als Festredner bei Lehnemanns offizieller Verabschiedung am Freitag (11. Januar) vor etwa 100 Gästen im Hansesaal hervor.

Lobeshymnen für den Museumsleiter mit der wohl längsten Amtszeit

Mit einem Festakt im Hanseaal würdigte die Stadt Dr. Lehnemanns Engagement. © Goldstein

Lehnemann, der laut Kleine-Frauns nie „großes Brimborium um seine Person“ wollte, hörte Lobeshymnen: „Wir verabschieden uns von einem Mann, der zu Recht Mr. Museum genannt wird“, sagte der Bürgermeister und hob neben Lehnemanns Schaffen und seiner profunden Sachkenntnis auch die charmante Art hervor, mit der er den Menschen die Historie Lünens nahe gebracht habe.

Der bereits 2016 mit dem ersten Lüner Ehrenamtspreis ausgezeichnete Lehnemann habe das Lüner Museum zu einem „großen Anziehungspunkt für historisch interessierte Menschen“ gemacht.

„Hervorragend, überdurchschnittlich“

„Der Sammelbestand des Museums ist hervorragend und überdurchschnittlich bekannt über Westfalen hinaus“, sagte Verena Burhenne vom LWL. Das sei vor allem Lehnemanns Verdienst. Mit den Themen lokale Wohnkultur, lokales Handwerk und Spielzeug habe er dem Museum ein klares Profil gegeben.

Zudem sei Lünen „Knotenpunkt im fachlichen Netzwerk“. Kein anderes Museum habe dem LWL so viele Exponate für Wanderausstellungen ausgeliehen.

Besondere Geschenke

Als Abschiedsgeschenk der Stadt überreichte der Bürgermeister ein Ehrenabo für den 1. Lüner Klaviersommer 2019 an Lehnemann und seine Frau Maria. Verena Burhenne schenkte für den LWL eine liebevoll gestaltete Bibliografie von Lehnemanns Veröffentlichungen. Die ist elf Seiten stark, denn der heute 80-jährige Lehnemann kommt auf weit über 100 wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Erstes Buch für 90 Pfennig

Museumsarbeit sei Gemeinschaftswerk, sagte Lehnemann gewohnt bescheiden und dankte allen Unterstützern. Er erzählte, wie er 1949, als die Klassenkameraden ihr weniges Geld auf der Kirmes ausgaben, sein erstes Buch in der damaligen Lüner Buchhandlung Bongers kaufte - über die Geschichte Cappenbergs. 90 Pfennige kostete es. „Ich habe es heute noch“, sagte Lehnemann. Am Ende seiner Rede applaudierten die Gäste stehend.

Lehnemanns Nachfolge hat, hauptamtlich, Dr. Katja Stromberg angetreten. Auch ihr galten bei der Feier im Hansesaal die besten Wünsche.

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