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Mit Solarmobil bei Rallye in Australien

LÜNEN Mit einer gelben Teamjacke sitzt ein junger Student im Café del Sol. Er denkt an die Sonne. Draußen regnet es in Strömen. Thomas Unkrig erzählt von der Sonne, von Solarzellen, von einem der härtesten Rennen der Welt.

von Von Volker Beuckelmann

, 16.11.2007

Der 23-jährige Student war dabei, erlebte Abenteuer wie in einem Film von Jules Verne. Hitzewellen, Sandsturm, flüchtende Kängurus und freundliche Aborigines hat Thomas Unkrig erlebt: „Das war eine Erfahrung wert.“ Vor wenigen Tagen kam Thomas zurück aus Australien. Das 3000-Kilometer-Rennen „Panasonic World Solar Challenge 2007“. liegt hinter ihm.

Über 40 Solarmobile

Über 40 Solarmobile starteten in Darwin zu einer Fahrt durch den Kontinent quer durch das Outback vom Norden bis nach Adelaide im Süden. Thomas Unkrig und 44 Studenten der Fachhochschule Bochum aus Maschinenbau, Mechatronik, Elektrotechnik und Informatik bauten sich ein eigenes Fahrzeug, nannten es „Solarworld No.1“ und machten ein wagemutiges Rennen. Ihr Professor begleitete sie.

                 Wie in der Formel 1

Das Team hatte ein ausgeklügeltes Strategieprogramm erarbeitet, so wie in der Formel 1. Doch ihnen ging es nicht um Boxenstopps oder Benzinverbrauch, sondern um die Solarzellen und Batterien. Auf der Grundlage von Daten wie Sonnenstand oder zu erwartender Bewölkung berechneten Computer die optimale Aufladung der Batterien, die ideale Reisegeschwindigkeit und geeignete Rastplätze.

Chef im Mechaniker-Team

Thomas, Student der Mechatronik, war Chef in einem Team von 15 Mechanikern. Die Tage waren ausgefüllt mit „Kilometerfressen“. Aufstehen vor Sonnenaufgang gegen 6 Uhr. Vor der Fahrt blieb nicht viel Zeit für eine Morgentoilette. An Duschen konnte in der Wildnis nur geträumt werden. Solarworld war durstig nach Sonne. 600 bis 700 Kilometer Fahrtstrecke waren jeden Tag zu bewältigen. „Wie wird das Wetter, reicht der „Saft“ in den 30 kg schweren Lithium-Batterien?“ - diese Fragen beschäftigten das Team zu jeder Zeit. Mit einem Satellitentelefon konnten Wetterdaten abgefragt oder Tagebucheinträge ins Internet gestellt werden. Ein eigener Arzt begleitete das Team.

Ureinwohner getroffen

Kängurus wollten nichts vom Fahrzeug wissen. „Kurz vor Alelaide kam ein Känguru auf die Straße gehüpft. Wir mussten abbremsen, da haute es ab“, sagt Thomas. Er traf auch australische Ureinwohner und sprach mit ihnen: „Die Aborigines fanden das gut, dass wir mit einem Solarmobil unterwegs waren.“

Familie hat mitgefiebert

Thomas Familie hat zuhause gelitten und mitgefiebert. „Im Internet war täglich ein neuer Tagebucheintrag“, sagt Thomas, der in einem Zelt übernachtet hat. Neben 44 Männern war auch eine Studentin mit im Team. Sie hatte ihr eigenes Zelt, der Professor auch. Solarworld No.1 landete in seiner Klasse auf dem vierten Platz und heimste auch den Titel schönstes Solarcar der Welt ein. Nach seinem Studium möchte Thomas im Automobilbau arbeiten. Allen am Rennen beteiligten Studenten wurde vom Sponsor bereits eine Arbeitsmöglichkeit angeboten.   

    

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