Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Modernes Filmmärchen

LÜNEN Ein modernes Märchen eröffnete Donnerstag Abend das 18. Lüner Kinofest im Cineworld – Marc Meyers „Wir sagen Du! Schatz“.

von Von Beate Rottgardt

, 15.11.2007
Modernes Filmmärchen

Mit dem fast vollständigen Ensemble seines Debutfilms „Wir sagen Du! Schatz“ kam Regisseur Marc Meyer (4.v.l.) nach Lünen. Auch heute ist der Film ausverkauft.

Der junge Filmemacher erzählt die Geschichte von Oliver (Samuel Fintzi), der sich nichts mehr wünscht als eine Familie, denn „allein kannst du viel werden, aber nicht glücklich.“ Und weil er nicht länger warten will, entführt er sich einfach seine „Liebsten“.

Da ist Sofia (Nina Kronjäger), die Frau seines Chefs, Edna (Margot Nagel), die er im Altenheim aufgabelt, der kleine Junge Paul, der unter seiner alkoholkranken Mutter leidet, und ein Säugling, den Oliver aus der Babyklappe mitnimmt. Dazu kommt eine junge Punkerin (Anna Maria Mühe), die eine Übernachtungsmöglichkeit sucht.

Sie alle sollen bei ihm in einem zum Abriss vorgesehenen Hochhaus ein neues Zuhause bekommen – obwohl sie das natürlich nicht wollen. Oliver hat alles genau geplant, von den Vorräten über den Plastik-Weihnachtsbaum bis zur ausgeklügelten Flucht-Verhinderung der „Familienmitglieder“. Daran ändert auch die unverhoffte Begegnung mit dem Altkommunisten Horst nichts, der sich standhaft weigert, aus dem Abbruchhaus auszuziehen und in seiner Wohnung bleiben will.

Dass Oliver mit seiner Aktion bei allen Beteiligten die wohl gehütete Fassade einreißt, ihre Einsamkeit zum Vorschein kommt, zeichnet der Regisseur wunderbar einfühlsam auf. Momente des Lachens und des Weinens liegen ganz eng beieinander.

Liebevoll und ehrlich

Das liegt vor allem an den Schauspielern. Besonders geht einem Samuel Fintzi ans Herz, der den Entführer so liebevoll und ehrlich spielt, dass man ihn am liebsten tröstend in den Arm nehmen möchte. Nach der Berlin-Premiere am Mittwochabend und einer langen Feier bis in den frühen Morgen machte sich das Filmteam auf den Weg nach Lünen, wo es von der Atmosphäre begeistert war.

Die meisten Akteure bleiben bis zur – mittlerweile ausverkauften – zweiten Vorstellung des Films am Freitag um 18.30 Uhr. Danach geht es am Freitag nach Münster, am Samstag nach Dresden, um das wunderbare Filmmärchen zu präsentieren.

Erstmals wurden vier Säle für die Eröffnungs-Gala geöffnet, weil der Andrang so groß war. Nach den Reden im größten Saal „tourten“ Kinofestleiter Mike Wiedemann und die beiden Cineworld-Betreiber Lutz Nennmann und Meinolf Thies noch in die Säle zwei bis vier, stellten das Film-Team vor und luden zu einer kleinen Verlosung ein.

Zeitlich musste alles passen, denn die zweite Kopie des Films musste in den drei kleineren Säle zeitgleich präsentiert werden – eine technische Herausforderung.

Lesen Sie jetzt