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Stadt Lünen legt den Rückwärtsgang ein

Hansetage 2019

Die Hansetage 2019 werden aller Voraussicht nach nicht in Lünen stattfinden. "Wir haben das Thema im Ältestenrat diskutiert. Der Tenor war: Wir können uns die Hansetage nicht leisten", erklärte Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick am Freitag.

LÜNEN

11.02.2012
Stadt Lünen legt den Rückwärtsgang ein

Das "Lüner Hansetuch".

Am 23. Februar soll nun der Rat der Stadt Lünen entscheiden. Es fehle, so Stodollick, an Geld und ungeteilter Zustimmung. Man habe die Endabrechnungen von Hansetagen in deutschen Städten eingesehen und festgestellt, dass die Kommunen unter dem Strich, Sponsorengelder eingerechnet, zwischen 250.000 und 750.000 Euro aufwenden mussten. Nach Ansicht der Stadtspitze zu viel für Lünen angesichts der angespannten Haushaltslage.  Im Rahmen des Projekts „Bürgerhaushalt“ seien zudem von der Bürgerschaft vermehrt Signale gekommen, auf den Hansetag zu verzichten. Die SPD als größte Ratsfraktion plädierte ebenfalls bereits für Verzicht. Beim Hansetag im finnischen Turku 2004 hatte Ratsmitglied Dieter God (Statt-Partei) den Hansetag 2019 quasi im Alleingang nach Lünen geholt. Dafür kassierte er nach der Rückkehr zwar einen Rüffel, doch der Ältestenrat kam später überein, die Ausrichtung 2019 nicht zurück zu ziehen.

 Nachdem Lünen das meistens viertägige, internationale Fest schon in den vergangenen drei Jahren geschwänzt hatte, wäre es spätestens beim Hansetag 2012 in Lüneburg Zeit gewesen, Farbe zu bekennen. „Wir hätten teilnehmen und für 2019 werben müssen“, sagt Kulturdezernent Horst Müller-Baß. Doch die finanziellen Verpflichtungen ließen die Stadt zurück schrecken. Zumal 2016 die Feier des 675-jährigen Lüner Stadtjubiläums ansteht. Darauf wolle man sich jetzt konzentrieren, ohne allerdings den Hanse-Gedanken und Projekte wie das Hansetuch aufzugeben. Man wolle weiter Mitglied bleiben in der neuen Hanse, hoffe im Fall der Absage für 2019 auf Verständnis.Neben Dieter God dürfte auch Reinhold Urner das Herz bluten. Der frühere Pressesprecher hatte Lünen auf etlichen Hansetagen repräsentiert. Für ihn, erklärte er auf Anfrage, stelle sich der nun eingelegte Rückwärtsgang „als Peinlichkeit für die Stadt Lünen dar, die mit einem irreparablen Imageverlust verbunden ist.“  Schon bei der Bewerbung habe Lünen kein Geld gehabt. Wesentlich kleinere Städte hätten trotz ähnlicher Situation den Hansetag und die damit verbundenen Kosten und Mühen gestemmt, und die Bürgerschaft sei stolz darauf. Vielleicht fehle es in Lünen an Kreativität so Urner. 

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