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Trianel-Kraftwerk ist für drei Tage vom Netz

Am Wochenende

Die Energiewende macht dem Trianel-Kraftwerk in Lünen weiter zu schaffen. Es ist zwar laut Trianel das "effizienteste und sauberste Steinkohlekraftwerk in Europa", ging aber erstmals aus wirtschaftlichen Gründen für drei Tage vom Netz.

LÜNEN

, 14.03.2014 / Lesedauer: 3 min

Die Kapitalkosten für das 1,4 Milliarden Euro teure Kraftwerk allerdings nicht. Daher geht Trianel von Verlusten in den nächsten Jahren aus, die mit 100 Millionen Euro allein für 2014 beziffert werden. Das Unternehmen macht die Rahmenbedingungen der Energiewende  dafür verantwortlich. „Ich bin aber überzeugt, dass sich das Kraftwerk langfristig rechnen wird“, erklärte Ungethüm.   Es war sein vorerst letztes Pressestatement. Denn der Mann, der die Planung und den Bau des Kraftwerks im Lüner Stummhafen als Geschäftsführer vorantrieb, geht in den Ruhestand. „Erst waren wir die Heilsbringer, dann waren wir das Übelste, was es gibt. Das hat sich aber wieder eingependelt“, blickte Ungethüm auf die heftigen Auseinandersetzungen um das Kraftwerk zurück.

Die Wichtigste steht noch bevor: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat zum zweiten Mal gegen die Kraftwerksgenehmigung geklagt. Einmal war er bereits vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster siegreich, doch Trianel besserte bei den Umweltwerten für das Kraftwerk nach und erhielt eine neue Genehmigung von der Bezirksregierung Arnsberg. „Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass uns noch einmal die Genehmigung entzogen wird“, erklärte Ungethüm. Er glaubt, dass das zweite Verfahren vor dem OVG „in frühestens zwei Jahren“ stattfindet. Ungethüms Nachfolger heißt Stefan Paul und kommt aus der Branche. Der 47-Jährige war zuletzt bei der Mark-E AG in Hagen Bereichsleiter Betrieb und Instandhaltung Kraftwerke und gleichzeitig Geschäftsführer der Mark-E-Windkraft Beteiligungs Verwaltungs GmbH. „Ich bin im Moment wie ein Schwamm, der alles aufsagt“, sagte er über seine ersten Arbeitstage bei Trianel.

Nach einer Probephase hatte das 750 Megawatt-Kraftwerk im Dezember 2013 offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Es habe seitdem mit einem elektrischen Wirkungsgrad von fast 46 Prozent seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die „kontinuierlich überwachten Emissionsdaten“ zeigten, dass das Kraftwerk alle vorgeschriebenen Grenzwerte nicht nur einhalte, sondern unterschreite. Bis auf einen einwöchigen Stillstand im Januar wegen eines Risses in einer Rohrleitung laufe die Technik reibungslos. 

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