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Waldfläche „An der Wethmarheide“ wird gerodet

Für Stolzenhoff-Neubau

Der vom Catering-Unternehmen Stolzenhoff geplante Neubau wird konkret. Mit einer Maßnahme, die vor allem Umweltschützern nicht gefallen wird.

Lünen

, 12.02.2019 / Lesedauer: 2 min
Waldfläche „An der Wethmarheide“ wird gerodet

Die Rodung des Waldes neben der Straße "An der Wethmarheide" für den Neubau von Stolzenhoff hat begonnen. © Peter Fiedler

Wie die Stadt Lünen am Dienstag mitteilte, beginnen am Mittwoch (13. Februar) Rodungsarbeiten auf einer 2,5 Hektar großen Fläche im Gewerbegebiet Wethmarheide westlich der Straße „An der Wethmarheide“. Dieses Areal hatte die Stadt im September 2018 „an eine lokale Unternehmensgruppe verkauft“, heißt es in der Mitteilung. Gemeint ist Caterer Stolzenhoff. Diese Fläche sei momentan bewaldet, erklärte die Stadt weiter und werde nun in ihrem Auftrag gerodet. Das beauftragte Forstunternehmen habe am Dienstag mitgeteilt, dass es Mittwoch losgehen solle.

Vom Kreis Unna genehmigt

Die Stadt dazu: „Die Rodung des Waldstückes war vom Kreis Unna unter Berücksichtigung umfangreicher ökologischer Ausgleichsmaßnahmen genehmigt worden. Von Seiten der Stadt war Grundbedingung für die Rodung, dass diese Fläche nur für ein aus Sicht der Wirtschafts- und Arbeitsmarktförderung wichtiges Ansiedlungsprojekt in Anspruch genommen werden sollte. Die Fläche ist im Bebauungsplan Lünen Nr. 125 „Im Heidbruch“ als Industriegebiet festgesetzt.“

Gespräche über Waldersatz

Die Stadt Lünen verfolge die Mobilisierung des Grundstücks schon seit über 10 Jahren. Bereits 2008 habe man erste Gespräche mit der Forstbehörde über den erforderlichen Waldersatz geführt. Die Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen seien mit dem Regionalforstamt Ruhrgebiet und der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Unna abgestimmt. Für die Eichen und Pappeln des Waldstückes sei ein Ersatz von 4,73 Hektar erforderlich. Der Ersatz sei auf einer zusammenhängenden städtischen Fläche im Frühjahr 2016 vollständig gepflanzt worden.

500 Quadratmeter Gebüsch gepflanzt

„Die Fachbehörden haben außerdem eine Gebüschpflanzung von 500 Quadratmetern gefordert. Diese wurde bereits 2013 auf einem Nachbargrundstück durchgeführt. 2013 hat auch ein externes Fachbüro bei einer artenschutzrechtlichen Prüfung festgestellt, dass artenschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen nötig waren. Auf einem benachbarten Grundstück wurden daher Ersatzquartiere für Fledermäuse eingerichtet sowie 21 Biotopbäume markiert. Die Fläche wurde bereits im Spätsommer nochmals nach Amphibien abgesucht. Darüber hinaus wird die Rodungsmaßnahme durch einen Biologen begleitet“, teilt die Stadt mit.

„In Lünen kam ausschließlich diese Fläche in Frage“ Auf der anderen Seite der Straße An der Wethmarheide liegen seit Jahren zwei bebaute Flächen brach: 3,5 Hektar des Unternehmens KSB nach Schließung des Standortes und 0,77 Hektar nach des Insolvenz von Dörre Galvanotechnik. Wären diese Flächen eine Alternative für Stolzenhoff gewesen? „Nein“, erklärte Stadtsprecher Benedikt Spangardt auf Anfrage, „die Flächen waren nicht verfügbar bzw. zu klein und die Immobilie ungeeignet“. Im gesamten Stadtgebiet, betont Spangardt, sei für den Caterer ausschließlich die im September 2018 an Stolzenhoff verkaufte Waldfläche in Frage gekommen. Der frühere KSB-Standort sei zudem Erweiterungsfläche für ein ansässiges Logistikunternehmen.
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