LÜSA in Unna erinnert an Drogentote

Mahnung am Gedenktag

Den „Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher“ nutzte die LÜSA in Unna am Wochenende um an ihre bereits verstorbenen Klienten zu erinnern – aber auch, um Kritik an der Drogenpolitik im Land zu üben.

Unna

von Sebastian Pähler

, 22.07.2018 / Lesedauer: 2 min
LÜSA in Unna erinnert an Drogentote

56 Namen verstorbener Klienten verlas Anabela Dias de Oliveira in Anwesenheit des Landrates.pähler

„Sie alle hätten nicht so früh und nicht so sterben müssen“, erklärte Anabela Dias de Oliveira, als sie am „Internationaler Gedenktag für verstorbene DrogengebraucherInnen“ 56 Namen von Menschen vorlas, die einmal Klienten der Suchthilfe LÜSA waren und mittlerweile verstorben sind. Auch Sicht der LÜSA-Geschäftsführerin muss sich die Politik bewegen, denn der derzeitige Kampf gegen Drogen treibe Abhängige in die Illegalität und zwinge sie auf Substanzen zurückzugreifen, die oft mit Stoffen gestreckt seien, die der Gesundheit mehr schaden als das eigentliche Rauschmittel selbst. Verbunden waren die Namen mit einer Petition zur Korrektur der Drogenpolitik, die sie Landrat Michael Makiolla zur Übermittlung überreichte.

Wie üblich war die Gedenkaktion in der Einrichtung „DaWo“ in Dreihausen trotz der Trauer nicht nur eine nachdenkliche, sondern auch eine herzliche und zuweilen sogar fröhliche Veranstaltung. So wurde etwa ein Bienenbaum als Zeichen der Hoffnung gepflanzt oder gemeinsam eine Skulptur gestaltet. Für viel Aufsehen sorgte auch ein Besuch der Künstlerin Ulrike Möntmann, die unter anderem über ein Kunstprojekt mit der LÜSA verbunden ist und ihr neues Buch zu dem Thema vorstellte.