Lütgendortmund erliegt dem Tausch-Rausch

Kleidertausch

Mit dem Glockengeläut um 12 Uhr ist am Samstag der mit Kleidungsstücken gefüllte Saal im Pfarrheim der St.-Magdalena-Gemeinde von Tauschbegeisterten erobert worden. Hoch im Kurs standen am Samstag Taschen, Tücher, Ketten, Kleider und ungetragene Schuhe.

LÜTGENDORTMUND

10.04.2017, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Taschen, Tücher, Ketten, Kleider und ungetragene Schuhe wechselten in Lütgendortmund die Besitzerin.

Taschen, Tücher, Ketten, Kleider und ungetragene Schuhe wechselten in Lütgendortmund die Besitzerin.

Die Aktion, initiiert 2015 von evangelischen Frauen, fand in der dritten Auflage als ökumenisches Projekt mit dem Elternkreis der katholischen Gemeinde statt. Zahlreiche Helfer und Sponsoren, die Plakate entwarfen, Kleiderständer zur Verfügung stellten, Tische rückten, Kuchen backten, Kaffee ausschenkten, Weltladen-Artikel anboten, Kleidung annahmen und sortierten, freuten sich über viele Besucher.

Besucher wie Susanne Hönemann, die zwei Pullis und Jacken für sich entdeckte, oder Melanie Scharner (25), die einen schwarzen Blazer jetzt ihr Eigen nennt – an dem hing sogar noch das Preisschild. Tina Felsch tauscht auch privat mit ihren Freundinnen, fand diese groß angelegte Aktion für den guten Zweck aber richtig klasse. Christiane Kurth gefiel, dass zehn Teile getauscht werden konnten: „Das ist überschaubar, macht das Aussortieren leichter und ist ein guter Einstieg gegen Wegwerfen und Neukaufen.“

"Viel besser als Flohmarkt"

Conny Hückelheim kam mit Tochter Julika (10). Beide freuten sich, dass ihre Sachen in gute Hände kamen und sie selbst auch etwas Schönes ergattern konnten . „Viel besser, als mit seinen Kleidern zum Flohmarkt zu gehen!“ Marlies Schönfelder hat tolle Accessoires für ihren Osterurlaub in wärmere Gefilde entdeckt und auch noch ein Paar passende ungetragene Schuhe für den Schwiegersohn.

Sabine Kehl, Lehrerin an der Widey-Grundschule, ist Wiederholungstäterin und begeisterte Anhängerin von Tauschgeschäften. Inspiriert von der ersten kirchlichen Aktion vor drei Jahren tauschen nach dem gleichen Prinzip ihre Schülerinnen und Schüler Spielzeug. Svea (13) und Marie (15) kommen aus Werl, waren zusammen mit ihren in Lütgendortmund wohnenden Großeltern da und ertauschten Jeansjacke, T-Shirt, Bluse und Cardigan.

Kaffee und Kuchen

Renate Lemkemeyer aus dem Kaiserstraßenviertel hatte vom Kleidertausch gelesen. Gut fand sie vor allem die Gespräche mit netten, gleichgesinnten Menschen bei Kaffee und Kuchen. Von ihr stammt übrigens das Rezept für das Bananenbrot in der aktuellen Zuckerguss-Ausgabe. Tauscherinnen fanden auch passende Kleidung für Theaterstücke und Mottopartys – oder exklusive italienische Blusen und schicke Kleider wechselten die Besitzerinnen.

Der Erlös aus dem Verkauf von Kuchen, Kaffee und Sekt ging an Pfarrer Eickelmann für bedürftige Schüler und den Nabu-Garten für den Erhalt gefährdeter Obst- und Gemüsesorten. Übrig gebliebene Kleidung bekam die Kleiderkammer der Caritas. Der nächste Kleidertausch ist am 3. März 2018.