Lütgendortmunder Heinrich-Böll-Gesamtschüler absolvierten ihr erstes Sozialpraktikum

LÜTGENDORTMUND Sie reden mit den alten Menschen und erfahren eine andere Perspektive auf unsere Gesellschaft. Das haben gerade 13 Schüler der Heinrich-Böll-Gesamtschule während ihres Sozialpraktikum im Seniorenzentrum am Volksgarten erlebt.

von Von Karin von Cieminski

, 05.09.2008, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdenken

(Foto) die erste Begegnung. Die Schüler wurden zwar im Unterricht vorbereitet, etwa wie man Rollstuhlfahrern hilft und wie es sich anfühlt, ihn selbst zu lenken, doch es gab trotzdem überraschende Eindrücke. "Es war schon so, wie wir es uns vorgestellt haben, doch manche Situationen, Anblicke und Geräusche schwer Kranker waren ungewohnt", berichten die Schüler.

Nachdenken

"Jugendliche mit einem anderen Leben und Not in Kontakt und zum Nachdenken bringen, war das Ziel des Sozialpraktikums", erklärt Schulleiter Peter Seger. Aus diesem Grund hat er dieses Praktikum, das jetzt erstmalig angeboten wurde, ins Leben gerufen. Bei den üblichen Betriebspraktika besteht schon eine längere Zusammenarbeit mit dem benachbarten Seniorenzentrum. Jetzt waren die Aufgaben der Praktikanten etwas anders. "Sonst gehen die Schüler mehr mit dem Personal mit und lernen den Beruf kennen. Diesmal haben sie sich mehr auf den Kontakt zu den Bewohnern konzentriert", beschreibt Hausdame Heike Mußmann den Unterschied.

Eis gebrochen

Das Eis musste zu Anfang auf beiden Seiten gebrochen werden - auch die Bewohner mussten sich an die neuen Gesichter gewöhnen. "Manche wollten erst gar nicht mit uns sprechen, jetzt sind wir ihre Lieblinge", nach den zehn Arbeitstagen wird wohl so manchem der Abschied schwer fallen. So ein Arbeitstag von 9 bis 17 Uhr bedeutete für die Schüler "mit den Bewohnern zu sprechen, spielen und sogar zu singen, ihnen Essen zu reichen und Spaziergänge zu machen", was Burak Öz (Foto) nicht schwer fiel. Andere Schüler kamen mit dem neuen Aspekt des Sozialpraktikums nicht so gut zurecht, weil sie sich nicht ständig mit den Senioren beschäftigen konnten - wenn diese schliefen oder allein sein wollten. In dieser Zeit verrichteten sie Hilfsarbeiten, die wiederum nicht mit den Erfahrungen eines Betriebspraktikums vergleichbar sind.

Eines hat die Erfahrung im Seniorenzentrum die Schüler auf jeden Fall gelehrt: Respekt. "Auch wir wollen respektvoll behandelt werden, wenn wir später in der Situation sind."

 

Dortmund am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.