Lyrik am Fluss

Flusspoet Thorsten Trelenberg auf Wanderschaft

Es kann ein Ast sein, der in den Bach hängt. Oder ein Blatt, das vom Wasser weggetrieben wird. Thorsten Trelenberg saugt solche Eindrücke an Bächen und Flüssen auf und hält sie fest auf Papier. In Gedichtform.

12.02.2014, 07:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lyrik am Fluss

Thorsten Trelenberg am Nathebach. Auch an diesem kleinen Rinnsal, das fast nur von Regenwasser gespeist wird, sammelt der Flusspoet Eindrücke.

Thorsten Trelenberg ist Flusspoet. Er nennt sich so, weil es sonst schwer ist, seine Arbeit zu beschreiben. Die rote Mütze mit der Aufschrift Flusspoet ist sein Markenzeichen. Im Sommer darf es auch eine Kappe sein – auch in Rot. Trelenberg, der in der Ruhrstadt Schwerte zuhause ist, ist immer dort zu finden, wo Wasser fließt. Die Emscher ist im Moment sein Lieblingsfluss inklusive Nebenläufe.

Der Nathebach ist so einer. Im Grenzgebiet zwischen Schwerte und Dortmund entspringt er. Irgendwo im Unterholz in der Aplerbecker Mark. Wo genau weiß keiner so richtig. „Aber das ist ja gerade das Spannende“, sagt Trelenberg. Auf seinen Wanderungen zum Beispiel durch das Emscherland entstehen seine Gedichtbände. Bei Wind und Wetter ist Trelenberg unterwegs. „Gerade im Winter ist es schön, da sieht man was. Im Sommer steht man vor einer grünen Wand.“ Klar, dass sich der Flusspoet auch durchs Unterholz schlägt, um den Bächen zu folgen.

„Natürlich nur auf öffentlichen Flächen.“ Aber es muss authentisch sein. Wind und Wetter muss er spüren, das Lauferlebnis mit dem Gefühl für die Landschaft. Trelenberg hat noch lange nicht fertig. Er schreibt, hält Lesungen, verkauft Lyrik. Und er wandert weiter. Rund 7000 Kilometer, so schätz er, hat er in den letzten 11 Jahren schon hinter sich gebracht. Und damit das Material für seine Gedichte nicht ausgeht, geht es weiter, immer weiter – an Flüssen und Bächen entlang.

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