Macht der Präsident Werbung? Warum Trump auf Instagram mit Lebensmitteln posiert

USA

US-Präsident Trump posiert breit grinsend mit Lebensmitteln hinter seinem Schreibtisch im Oval Office. Was hat es mit den Dosen und Verpackungen auf sich, die auf dem Holztisch stehen und liegen?

Washington

16.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Donald Trump, Präsident der USA, hat sich mit Produkten der Marke Goya Foods ablichten lassen.

Donald Trump, Präsident der USA, hat sich mit Produkten der Marke Goya Foods ablichten lassen. © picture alliance/dpa

US-Präsident Donald Trump hat sich am Mittwoch unverblümt mit Produkten des Lebensmittelunternehmens Goya Foods ablichten lassen. Doch wieso gerade Goya Foods?

Kann man den Post als Belohnung an den CEO des milliardenschweren Unternehmens aus New Jersey, Robert Unanue, verstehen? Der gebürtige Spanier hatte Trump bei einem Treffen in Washington überschwänglich gelobt. Unanue pries Trumps geistiges Schaffen und forderte zum Gebet für den Präsidenten auf: „Wir sind alle wirklich gesegnet, eine Führungsperson wie Präsident Trump zu haben.“

Ganz Trump-like bedankte sich der US-Präsident danach mit einem Tweet:

Die Entrüstung über die Lobeshymnen des Goya-Chefs für Trump ließ nicht lang auf sich warten. Unter den Hashtags #BoycottGoya, #GoyaFoods and #Goyaway riefen viele US-Amerikaner zum Boykott gegen das Lebensmittelunternehmen auf, das mit seinen Produkten wie Kidneybohnen, Reis, Tortillasoßen und Tiefkühlprodukten in den USA vor allem bei Latinos beliebt ist. Auch bekannte demokratische Politiker wie Alexandria Ocasio-Cortez und Julián Castro attackierten das größte spanische Lebensmittelunternehmen in den USA.

Ivanka Trump: „Wenn es Goya ist, muss es gut sein“

CEO Unanue verteidigte seinen Auftritt im Anschluss: Er sei damals auch zu Barack Obama freundlich gewesen und sehe keinen Grund darin, gegenüber einem US-Präsidenten harsch aufzutreten. Die Kritik an ihm sei zudem eine „Unterdrückung der Meinungsfreiheit“.

Die Trumps scheinen derweil eine Freude daran zu finden, mit Goya-Produkten in den sozialen Medien zu posieren. Denn nicht nur Donald Trump zeigt sich mit den Verpackungen, auch Tochter Ivanka hält bei Twitter eine Goya-Dose in den Händen und schreibt dazu auf spanisch: „Si es Goya, tiene que ser bueno.“ – auf Deutsch: „Wenn es Goya ist, muss es gut sein.“

Kritiker sagen, die Trumps könnten mit ihrer Aktion gegen Ethikrichtlinien verstoßen, die Staatsbediensteten jegliche Werbung verbieten.

Übrigens: Unanue wollte das Treffen mit dem US-Präsidenten eigentlich für PR-Zwecke nutzen: Immerhin hatte der Spanier im März und April 270.000 Speisen und 20.000 Masken an Opfer der Corona-Krise gespendet. Während des Auftritts bei Trump gab man bekannt, dass eine Million Dosen Kichererbsen und eine weitere halbe Million Kilogramm an Lebensmitteln folgen sollten. Diese Botschaft ging nun aber unter.

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