Männer-Gesangsverein hat sich aufgelöst

1873 gegründet

Der 1873 in der Aplerbecker Mark gegründete Männerchor hat am 13. Januar 2011 die Sprache verloren: Die Jahreshauptversammlung hat seine Auflösung beschlossen. Redakteur Peter Bandermann sprach mit Schriftführer Günter Rekos über den Tagesordnungspunkt 6 der Jahreshauptversammlung.

APLERBECKER MARK

von Von Peter Bandermann

, 19.02.2011, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Spitze hatten wir bis zu 50 Sänger. Schritt für Schritt sind wir weniger geworden. Was auch am Liedgut gelegen hat. Zum Schluss hatten wir nur noch 20 Männer, die auf moderne Literatur nicht umzustimmen waren.

Mit den Männerchören geht es, leider, abwärts. Es gibt einige junge Chöre, die sogar gut im Geschäft sind. Reine Männerchöre haben es sehr schwer.

Geldprobleme. Ein Chorleiter kostet nicht wenig. Bei einem Jahresbeitrag von 100 Euro konnten wir nicht einmal den Chorleiter bezahlen. Für ein Konzert im Freischütz konnten wir maximal acht Euro Eintritt nehmen. Den Pianisten mussten wir extra bezahlen. Wir sind zuletzt Plus-Minus-Null dabei herausgekommen.

Unsere Sänger wollten das nicht mehr. Am 13. Januar um 19.15 Uhr haben wir deshalb beschlossen, den Chor aufzulösen.

Hochgradig traurig und betreten. Einige wollten es nicht wahrhaben. Vor allem nicht die, die 70 oder älter sind und teilweise als 16-Jährige von ihren Vätern für den Chor begeistert worden sind.

Wir lösen den Chor juristisch auf, müssen auch noch zum Finanzamt. Proben gibt es nicht mehr, aber einmal im Monat ein geselliges Treffen. So traurig, wie es ist: Wir sind in der Abwicklung. Den Rest aus der Kasse, 285 Euro, haben wir satzungsgemäß an das Deutsche Rote Kreuz überwiesen.

Wir müssen den Chorgesang unbedingt erhalten. Das geht vor allem mit moderner Literatur für gemischte Chöre. Das kommt beim Publikum gut an.

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