Märchenhafte Erklärung für Einbruch in Waschanlage

Gerichtsverhandlung

In eine Wittener Autowaschanlage wurde im August 2010 eingebrochen. Vor Gericht erklärte der Täter nun, dass Hunger der Auslöser für seine Tat gewesen sei.

WITTEN

von Von Andreas Tietz

, 12.01.2011, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Mit der Bahn war der Mann in dieser Nacht aus seiner Heimatstadt angereist, einen Rucksack mit Brechstange und anderem Werkzeug dabei. Auf der Rückseite der Waschanlage hebelte er ein Fenster auf, ohne zu bemerken, das er damit einen stillen Alarm ausgelöst hatte. Im Innern des Gebäudes versuchte er, einen Münzwechsler aufzubrechen – ohne Erfolg, denn inzwischen war die Polizei vor Ort. Um nicht erwischt zu werden, verkroch sich der Angeklagte in der Abwasserrinne der Waschanlage – und beinahe wäre er unentdeckt geblieben.

Ein Suchhund der Polizei stöberte den Einbrecher allerdings doch noch auf. Vor Gericht begründete der Mann seine Tat mit großer finanzieller Not: Aufgrund einer fristlosen Kündigung sei er monatelang ohne Einkommen und staatliche Unterstützung gewesen, habe sich bei Freunden "durchgeschnorrt“: "Ich hatte Hunger“, erklärte er. Die Waschanlage sei ihm aufgrund einer früheren Beschäftigung bekannt gewesen – daher sei er nach Witten gefahren.

"Wenn sie Hunger hatten, warum haben sie dann nicht in Düsseldorf Lebensmittel geklaut?“, fragte Grewer. Eine Antwort blieb der Angeklagte schuldig. Das Gericht verurteilte den 42-Jährigen – dem Antrag des Staatsanwalts folgend – zu einem Jahr Haft auf Bewährung (5 Jahre). Zusätzlich muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.