Märkisches Museum in Witten zeigt Amm, Götz und Grommek

Ausstellung

Bilder können Geschichten erzählen, aber auch selbst eine sein. Das beweist die aktuelle Ausstellung "Actual Fact/Factual Fact" im Märkischen Museum in Witten. In Kooperation mit der Londoner Nunnery Gallery zeigen die Künstler Markus Amm, Lothar Götz und Joachim Grommek ihre Werke.

WITTEN

von Von Sebastian Ritscher

, 19.09.2011, 18:25 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Joachim Grommek stellt derzeit in Witten aus. <p></p> Ritscher</p>

<p>Joachim Grommek stellt derzeit in Witten aus. <p></p> Ritscher</p>

"Actual Fact" und "Factual Fact" - das Begriffspaar geht auf Josef Albers zurück, der zwischen physischem Tatbestand und der psychischen Wirkung unterschied. Ein Bild oder Kunstwerk ist mehr, oder kann mehr sein, als einfach nur ein Bild. Die Wittener Ausstellung lädt ein, sich mit ihr zu beschäftigen, sie zu erkunden.

Markus Amm bezieht die Räume mit ein, passt seine Kunst an. Ein mit Rauten bemalter geschlossener Paravent dominiert einen Raum. Die Wände: grün. Amm arbeitet viel mit Farben. Ohne festes Konzept. "Er geht intuitiv vor", erklärt Kurator Prof. Dr. Oliver Zybok. Wie der geschlossene Paravent regt auch der karierte Vorhang im nächsten Raum die Phantasie an, wirft die Frage auf, was dahinter ist, ob überhaupt etwas im Verborgenen liegt.

Wie Amm spielt auch Grommek mit der Wahrnehmung und der Erwartung der Menschen. Seine Werke scheinen, als wären sie mit Folien und Klebestreifen beklebt. Würde man versuchen, sie abzuziehen, würde man merken, dass es dicke Lacke sind. Die Kunst verwirrt die Sinne, regt sie aber auch an. Sie erlaubt die Frage, ob da mehr ist, als die Kunst. Ob sie für sich steht oder der Interpretation harrt.

Wie Grommeks Werke, täuschen auch die Bilder Markus Amms den Betrachter. Etwa der Riss, der quer auf der Leinwand prangt und von einem zweiten gekreuzt wird - scheinbar. Wo der eine wirklich die Leinwand teilt, ist der zweite lediglich gemalt, täuscht den Betrachter.

Die Ausstellung wirkt zunächst unscheinbar. Doch nimmt man sich Zeit, hinterfragt das Gesehene und lässt sich auf es ein, erschließt es viel Neues.  

Märkisches Museum Witten: "Actual Fact/Factual Fact", Husemannstraße 12, bis 30.10., Di-So 12-18 Uhr.