Magarethenfest in Barop: Bier, Schinken und viele wilde Gesellen

BAROP Ein Gelage war es, das schon 1652 rund um die Magarethenkapelle gefeiert wurde. Damals hieß das Fest noch "Magarethenbier", bei dem - wie der Name vermuten lässt - der ein oder andere Liter Bier floss.

von Von Gianna Grün

, 13.07.2008, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zofe Tamara bringt Schinken und Söldner Tobijah le Brun Bier für die Baroper.

Zofe Tamara bringt Schinken und Söldner Tobijah le Brun Bier für die Baroper.

Heute gibt es - passend zum Anlass - Magarethenbier, ein obergäriges, bernsteinfarbenes, süffiges Bier, das immer noch schmeckt. "Das leckere Bier macht das Fest zu etwas Besonderem", erklärt eine Nachbarin.

 Das sie heute noch in den historischen Genuss kommt, verdankt sie Kajo Jacob, Inhaber des Storckshofs und bekennender Baroper. Er hatte vor drei Jahren das Fest zum ersten Mal aufleben lassen: "Ich wollte einfach einen Anlass zur Begegnung schaffen und an die Geschichte Barops erinnern", erklärt er und schaut zufrieden über das Festgelände.

Junge und alte Baroper stehen bei Bier und Würstchen zusammen, unterhalten sich, während die Kinder lachend über das Gelände toben. Zumindest so lange, bis die Freie Ritterschaft aus Dortmund und Herne zur Kirche kommt - denn dann gibt es bunte Gewänder, Pfeil und Bogen, Ritter in Rüstungen und scharfe Äxte zu bewundern. Währenddessen beginnt die Kirche zu beben; nicht etwa wegen eines Erdbebens, sondern vielmehr weil die Besucher im Takt zur irisch-schottischen Musik der Band "Scapa Flow" stapfen und der Applaus laut von den Wänden hallt.

Den Dudelsack-Klängen folgend zieht die Festgemeinde zum Storckshof, wo sie Bier und Schinken erwartet - die gleiche Mahlzeit wie vor 356 Jahren. Damals - berichtete Pastor Riese - wurden zwei Gemeindemitglieder nach Dortmund geschickt, um für einen Reichsthaler Schinken und Butter sowie Bier für sieben Reichsthaler herbeizuschaffen. Wie viel Bier man zu Rieses Zeiten dafür bekam, weiß man nicht mehr - aber heute gilt es für die Baroper, 14 große Fässer zu trinken.