Magisch ist in der neuen Ausstellung im Haus Opherdicke wenig

Haus Opherdicke

Holzwickede. Malerei von zehn niederländischen Künstlern ist bis 16. Februar 2020 im Haus Opherdicke zu sehen. Die Bilder zeigen eine „wundersame Wirklichkeit“. Aber die Auswahl irritiert.

Holzwickede

, 16.09.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Magisch ist in der neuen Ausstellung im Haus Opherdicke wenig

Die „Drei Frauen“ von Pyke Koch aus dem Jahr 1964 hängen im Kaminzimmer des Wasserschlosses Opherdicke in Holzwickede. © Pluim

Von Julia Gaß

Magischen Realismus nennen die Niederländer die Kunstströmung, die bei uns als „Neue Sachlichkeit“ bekannter ist, nach dem Ersten Weltkrieg einsetzte und eine Rückbesinnung auf die Welt des Sichtbaren war.

Der Kreis Unna präsentiert in der großen Herbst-Winter-Ausstellung im Haus Opherdicke in Holzwickede Arbeiten aus diesem Neo-Realismus aus den Niederlanden – Leihgaben aus der Sammlung des Museums Arnheim.

Die Leihgaben sind keine herausragende Kunst

Weil das Museum in Arnheim derzeit renoviert würde und die Sammlung eingelagert sei, habe der Kreis Unna „die besten Bilder“ für die Schau ausleihen dürfen, sagte Kurator Arne Reimann. Aber mal ehrlich: Es hat schon herausragendere Ausstellungen und bemerkenswertere Kunst in Haus Opherdicke gegeben. Und gehängt war sie dann auch besser. Diese Ausstellung ist ebenso wenig ein großer Wurf wie es die Niederlande-Schau war, die als Leihgabe im Museum Ostwall im Dortmunder U zu sehen war.

Acht der zehn kleinen Räume sind mit den 54 Leihgaben aus Arnheim bestückt. Zwei Räume dazwischen (warum nicht nebeneinander?) hat die niederländische Fotokünstlerin Louise te Poele aus Arnheim gestaltet. Entstanden ist ein echter Dialog zu der Malerei, denn te Poele hat ähnliche Bildmotive (wie die Dame mit Spitzenhäubchen oder Stillleben) fotografisch in Szene gesetzt. Ihr farbenprächtige Vorhang in einem der beiden Räume ist extra für die Schau entstanden. Nun ja, ohne ihn wäre der Raum schöner gewesen.

Die Bilder sind in den kleinen Räumen wild gehängt

Wenn man schon mal da ist, bleibt es, den feinen Pinselstrich im lasierten Farbauftrag in den Stillleben eines Dick Ket zu bewundern. Auch mit einigen Porträts ist der Maler mit den riesigen Händen in Opherdicke vertreten.

„Wundersam wirklich“ sind auch die farbenprächtigen floralen Bilder von Charley Torop; die Porträts von Johan Mekkink in gedeckteren Farben wirken intimer.

Landschaft, Porträt, Stillleben – es geht wild durcheinander in der Hängung in den kleinen Räumen des Wasserschlosses. Anfangs ist noch jedem Maler ein Raum gewidmet, später nicht mehr. Und so hat das Bild der drei Frauen von Pyke Koch im Kaminzimmer zwar einen schönen Platz gefunden, aber der Rest des Raums wirkt sehr düster.

Haus Opherdicke Holzwickede: „Wundersam wirklich“, bis 16. 2., Dorfstraße 29, Di-So 10.30-17.30 Uhr. Katalog: 25 Euro.