Maler zeigt Banken als Hyänen

Ausstellung in Osthaus Museum Hagen

Herbert Brandl ist vor allem für seine Landschaftsbilder bekannt. Auch davon hat der Österreicher ein großformatiges mit nach Hagen ins Osthaus Museum mitgebracht. Doch der gigantische Gletscher - stolze sechs Meter breit - wird trotz seiner enormen Präsenz im Raum eher zum Begleitwerk.

05.04.2016 / Lesedauer: 2 min

Viel dominanter sind da die Hyänen, die Brandl sowohl mit Öl auf die Leinwände gebracht hat, als auch die bronzenen Skulpturen der Raubtiere.

Kein Leben im Vakuum

Die Hyänen stehen für moderne Banken - gierig machen sie sich auf die Suche nach leichter Beute. So hat der 1959 in Granz geborene Herbert Brandl seine Hyänen beschrieben. "Auch als Künstler lebt man ja nicht in einem Vakuum", sagt Museumsdirektor Tayfun Belgin. "Man bekommt mit, was in der Welt passiert, und versucht, das darzustellen."

Nicht ohne Sinn stehen die Bronze-Skulpturen auf alten Euro-Paletten. "Das hat Herr Brandl so gewünscht, das gehört mit zur Skulptur", erklärt Belgin.

Diktatoren und Prinzessinnen

Gesellschaftskritisch sind auch die im Nebenraum ausgestellten Werke von Julian Khol, ehemaliger Schüler Brandls. Der 36-Jährige hat Mao, Stalin, Hitler, Mussolini und Franco gemalt. "Die Diktatoren drücken die aktuelle Angst vor Radikalisierung in der Welt aus", sagt der junge Künstler aus Wien.

Diese und andere Motive hat Khol mit Kreide auf farbig grundierte Leinwand gemalt. So auch die "Principessa", die er immer wieder malt. "Die Prinzessinnen stellen etwas Urtümliches dar, das in uns allen ist", sagt Khol. Seine Prinzessinnen sehen alle anders aus, und doch ähnlich. Zweien läuft weiße oder schwarze Farbe das Gesicht hinunter. "Sie sollen zeigen, dass wir alle nicht unberührt sind."

"Konzentrierte Stille"

Ideen findet er auf Reisen oder beim Spazierengehen. Deshalb sind neben den Diktatoren und den Prinzessinen auch noch Bilder von Gräsern ausgestellt. "Die Gräser sind eine Reduzierung auf das Wenige, das noch unbearbeitet ist in der Natur", sagt Khol. Durch diese Reduzierung will er "konzentrierte Stille in die Malerei bringen". Hierzu braucht er nicht viel: eine schwarz grundierte Leinwand und gelbe Kreide.

 

Osthaus Museum Hagen: "Herbert Brandl/Julian Khol", 9.4.2016 (Eröffnung 16 Uhr) - 12.6.2016, Museumsplatz 3,Di-So 11-18 Uhr.

 

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