Mann (38) tritt Passanten fast U-Bahn-Treppe hinunter

Haltestelle Scharnhorst Zentrum

Unfassbare Szenen haben sich am Montagmorgen an der Stadtbahn-Haltestelle Scharnhorst Zentrum abgespielt: Ein 38-Jähriger hätte beinahe zwei Passanten die U-Bahn-Treppe hinuntergetreten. Die beiden stehen unter Schock - und hatten laut Polizei großes Glück. Der Einsatz erinnert an einen Fall in Berlin.

SCHARNHORST

, 16.01.2017, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
An dieser Stelle spielte sich der Vorfall ab.

An dieser Stelle spielte sich der Vorfall ab.

Aktualisierung 12.47 Uhr: Kameras an der Haltestelle

Die DSW 21, so Sprecher Bernd Winkelmann auf Anfrage, hat an ihren Haltestellen hunderte Überwachungskameras im Stadtgebiet installiert. An der Haltestelle Scharnhorst Zentrum, an der sich der Vorfall ereignete, gebe es "vier bis acht" Kameras - allerdings im Bereich des Bahnsteigs, nicht im Treppenbereich.

Die Daten, so Winkelmann weiter, werden für 48 Stunden gespeichert: "Wenn die Polizei, in diesem Zeitraum nicht auf uns zukommt, werden sie überschrieben." Nur Polizei und Staatsanwaltschaft, so Winkelmann, dürfen die Daten auswerten. "Aber bislang kam keine Anfrage."

Erstmeldung 9.45 Uhr: "Kung-Fu-Kämpfer" tritt Opfer

Der Vorfall ereignete sich am Montag gegen 5.15 Uhr an der U-Bahn-Haltestelle Scharnhorst Zentrum. Ersten Zeugenaussagen zufolge, so ein Polizeisprecher, griff der Täter an dem Treppenaufgang zur Haltestelle zuerst einen 18-Jährigen aus Lünen an. Der Unbekannte sei wie ein "Kung-Fu-Kämpfer" auf den Lüner zugegangen und "murmelte" vor sich hin. 

Plötzlich, so haben es die Zeugen laut Polizei weiter geschildert, trat er dem 18-Jährigen so heftig gegen den Brustkorb, dass er ins Straucheln geriet. Der Lüner konnte sich im letzten Moment noch fangen, ansonsten wäre er rücklings die Treppe hinuntergestürzt. "Da hätte sonstwas passieren können", so der Polizeisprecher.

Kopf nur knapp verfehlt

Kurz nach dem Angriff auf den 18-Jährigen griff der Täter auch noch eine 48-jährige Dortmunderin an, so der Sprecher weiter. Die Passantin habe sich gerade auf einem der oberen Treppenabsätze der Haltestelle befunden. "Der Täter versuchte unvermittelt gegen den Kopf der Frau zu treten, verfehlte sie nur knapp."

Ein aufmerksamer Zeuge beobachtete die Tat, verfolgte den Täter zu einem Kiosk und verständigte die Leitstelle der Polizei. Der Tatverdächtige, ein 38-Jähriger aus Dortmund, konnte festgenommen werden.

Die beiden Geschädigten verletzten sich nach ersten Erkenntnissen nur leicht. "Sie stehen unter Schock", so der Polizeisprecher. Der polizeibekannte Tatverdächtige kam nach Rücksprache mit den zuständigen Stellen zur psychiatrischen Behandlung in ein Krankenhaus. Ob er sich zur Tat geäußert hat, sagte der Polizeisprecher nicht. 

Fall in Berlin

Die Tat erinnert an einen Fall in Berlin: Ein Mann hat dort Ende Oktober 2016 eine Frau von hinten eine Treppe des U-Bahnhofs Hermannstraße hinuntergetreten. Das Opfer brach sich einen Arm. Ein Video zeigt die Tat, die bundesweit Entsetzen ausgelöst hat. Besonders die demonstrative Teilnahmslosigkeit des weiterschlendernden Täters und dreier Begleiter hatte Empörung verursacht und eine Debatte darüber entfacht, ob Gewalt und Verrohung in der Gesellschaft zunehmen.

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In eigener Sache: Am Montagnachmittag hat die Polizei ihre Angaben korrigiert. Beim Tatort handelt es sich um die Haltestelle Scharnhorst Zentrum, nicht um die Haltestelle Gleiwitzstraße.

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