Mann soll Frau und Kind den Teufel ausgetrieben haben

Angeblicher Exorzist vor Gericht

So eine Anklage gab es wohl noch nie: In Bochum steht ein Mann vor Gericht, der einer 35-jährigen Frau und ihrem ungeborenen Kind den Teufel ausgetrieben und sie dabei eingesperrt und erpresst haben soll. Er streitet jedoch alles ab.

BOCHUM

28.01.2016, 14:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mann soll Frau und Kind den Teufel ausgetrieben haben

In Bochum steht ein Mann vor Gericht, der einer 35-jährigen Frau und ihrem ungeborenen Kind den Teufel ausgetrieben und sie dabei eingesperrt und erpresst haben soll.

Es passierte angeblich Anfang September 2014. Damals soll der Angeklagte eine Frau aus Bremen in einen Raum mit magischen Gegenständen gesperrt und ihr den Teufel ausgetrieben haben. Dafür soll er später 1700 Euro gefordert haben. Erst als das Geld über Western Union bei ihm angekommen war, ließ er die werdende Mutter laut Anklage wieder frei.

Frau dachte, sie könne einen Affen gebären

Vorher soll er ihr noch eine Box mit magischen Karten mitgegeben haben. Laut Gericht hatte sie so große Angst, dass sie die Kiste nur in einer Moschee öffnen ließ. "Sie war völlig verängstigt", sagte ihr Anwalt am Rande des Prozesses vor dem Bochumer Landgericht. "Sie dachte, dass sie einen Affen gebären könnte."

Nach Angaben der Frau ist der Angeklagte ein hoch angesehener Geistlicher - eine Art Exorzist.

Fakt ist: Auf dem Dachboden des Mehrfamilienhauses in Herten, in dem der Angeklagte mit seiner Familie wohnt, gibt es tatsächlich eine Art Gebetsraum. Magische Gegenstände soll es nach Auskunft des 47-Jährigen dort aber nicht geben.

Nur einen Teppich und Koranverse. Er selbst nutze ihn aber kaum, höchstens Mal zu vertraulichen Gesprächen unter Männern. Er könne auch gar kein Arabisch. "Ich bin Zigeuner, kein Araber", sagte er den Richtern. 

Beschuldigter: "Anklage ist Rachefeldzug der Kreditmafia"

Der 47-Jährige behauptet, dass die Anklage ein Rachefeldzug der Kredit-Mafia ist. Bei den 1700 Euro habe es sich um ein Darlehen gehandelt, für das er monatlich 30 Prozent Zinsen zahle.

Die Anzeige sei nur deshalb erfolgt, weil er mit der Rückzahlung in Schwierigkeiten geraten sei. Er sei weder Priester noch Exorzist. Die Frau aus Bremen wird erst an einem späteren Verhandlungstag gehört.