Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Marcus Kiel erneuert seine Stiefel-Installation

Zeche Hannover

Die Schuhe sind zurück. Vor dem LWL Industriemuseum Zeche Hannover stehen wieder 350 Paar alte Bergarbeiter-Stiefel.

HORDEL

von Von Claudia Staudt

, 15.10.2010
Marcus Kiel erneuert seine Stiefel-Installation

Auffallen sollen sie. Und Denkanstöße geben. Der Künstler Marcus Kiel und seine 350 Paar Bergarbeiter-Stiefel vor der Zeche Hannover.

Der Künstler Marcus Kiel hat seine Installation „Fortschritt“ erneuert und am Freitag offiziell vorgestellt. Museumsbesucher bleiben stehen, Kinder hüpfen zwischen den Schuhen durch. Die ausgelatschten Treter erregen Aufmerksamkeit. Und das sollen sie auch. „Wichtig ist, dass die Schuhe auffallen, Denkanstöße geben. Das tun sie gerade durch ihre Alltäglichkeit“, findet der Bochumer Künstler Marcus Kiel.

1998 hatte die Installation zur Eröffnung des Museumsstandortes zum ersten Mal einen Platz auf dem Gelände eingenommen. Nun, zum Kulturhauptstadtjahr, ist sie erneuert worden. „Die Schuhe sollen zum einen an diesem idyllischen Ort daran erinnern, was einst hier passierte: schmutziger Bergbau. Gleichzeitig sollen sie darauf aufmerksam machen, welche Folgen der Strukturwandel mit sich brachte. Früher definierten sich die Menschen dieser Region durch die Arbeit mit Kohle und Stahl. Der Zusammenhalt der Kumpels in den Zechen war stark.“ Fortschritt könne eben auch bedeuten, dass man etwas aufgeben muss, so der 46-jährige Künstler.

Die 350 Paar Stiefel, von denen das größte Größe 51 hat und die im Boden festgeschraubt sind, kommen aus dem Bergwerk Prosper in Bottrop. „Als ich die von den Kumpels aussortierten Schuhe dort abgeholt habe, fragte mich einer, ob ich Schuhfetischist bin“, schmunzelt Marcus Kiel.