Margarethe von Trotta bekommt den Käutner-Preis

Filmmuseum Düsseldorf

Ihr Name steht für Filme wie "Die bleierne Zeit", "Rosa Luxemburg", "Hannah Arendt". Starke Frauen bilden die wichtige Konstante im Schaffen Margarethe von Trottas (75). Für ihren "Beitrag zur Filmkultur" erhält sie am Freitag (12.5.) im Düsseldorfer Rathaus den Helmut Käutner-Preis 2017, der mit 10 000 Euro dotiert ist.

DÜSSELDORF

, 11.05.2017, 17:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Margarethe von Trotta bekommt den Käutner-Preis

Margarethe von Trotta war am Donnerstag im Filmmuseum Düsseldorf zu Besuch.

Gestern sprach die Regisseurin und Autorin im Düsseldorfer Filmmuseum über ihre Arbeit, ehrt das Haus sie doch mit einer achtteiligen Retrospektive wichtiger Filme. Und natürlich war das Margarethe von Trotta anhaftende Etikett der "feministischen Filmfrau" ein Thema. "Nun ja, Feminismus klingt nach plakativem Kampfbegriff", windet sich von Trotta, wohl weil sie ungern Fackelträgerin sein will.

Debatte um Frauenquote

"Ich setze mich ein, damit Frauen nicht hintenan gestellt werden. Wenn ich die Debatte um Frauenquoten sehe, denke ich daran, wie ich mit Helma Sanders Brahm die AG ‚Frauen im Film’ gründen wollte, um Frauen mehr Fördergeld zu sichern. Erst hieß es ja, ja, doch das war blabla. Nie wurde etwas daraus."

Trotzdem: Margarethe von Trotta ist keine verbiesterte Aktivistin, selbst wenn sie viele Sträußchen austragen musste. "Die Männer haben es mir sicher nicht leicht gemacht", sagt sie schmunzelnd. Ausdauer sei neben Talent wichtig für Frauen in der Filmbranche: "Du musst drängen und bohren, sonst passiert nichts."

Filmmuseum zeigt eine Retrospektive

Auf die Schauspielerei habe sie sich in den 60ern nur verlegt, um in der Männerdomäne Film einen Fuß in die Tür zu kriegen, so von Trotta. Sie war in vier Fassbinder-Werken zu sehen, wollte aber hinter die Kamera. "Wünsche sind Vorahnungen von Fähigkeiten", zitiert sie Goethe.

1975 arbeitet von Trotta als Co-Regisseurin und Co- Autorin an "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" und wähnt sich am Ziel. Wer wird als Regisseur und Autor genannt? Ihr damaliger Mann Volker Schlöndorff! Schnee von gestern, Schlöndorff hält heute die Laudatio auf die Preisträgerin.

Mehr zur Retrospektive mit Filmen von Margarethe von Trotta im Filmmuseum im Internet.