Marianne Rosenberg gedachte der Auschwitz-Befreiung mit Liedern und Texten

In der Christuskirche

BOCHUM Zum 65. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz wurde in der Christuskirche an die Menschen erinnert, die das NS-Regime nicht überlebt haben. Marianne Rosenberg und ihre Schwester Petra, deren Vater Otto selbst im KZ Auschwitz war, taten dies in Form von Texten und Chansons - doch der Schmerz blieb.

von Von Daniel Glade

, 28.01.2010, 15:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Einer von ihnen ist Otto Rosenberg. Erst Jahrzehnte nach seiner Befreiung aus dem KZ konnte sich der deutsche Sinto in "Das Brennglas" mit seiner Vergangenheit auseinander setzen. Mit stellenweise deutlich belegter Stimme las Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, Auszüge aus der eindrucksvollen Autobiographie ihres Vaters.

Abgeriegeltes Lager Mit neun Jahren wird Otto Rosenberg, zusammen mit seiner Familie, von der SA in ein abgeriegeltes Sinti- und Roma-Lager in Berlin-Marzahn deportiert und versteht die Welt nicht mehr: "Wir hatten doch niemandem was getan". In drastischen Szenen schildert Rosenberg seinen weiteren Leidensweg: die Verlegung nach Auschwitz, die unglaubliche Brutalität der Lageraufseher, die Abstumpfung der Häftlinge - Bilder, die unter die Haut gehen.

Persönliche Erinnerungen Dazwischen teilte Marianne Rosenberg ihre persönlichen Erinnerungen an ihren Vater mit den Zuschauern. In eigenen Texten und nachdenklichen Chansons zeigte sie, dass manche Wunden ein Leben lang bleiben: "Wer sagt, dass Zeit alles heilt, irrt."

Begleitet wurde Marianne Rosenberg dabei von Gitarrist Ferenc Snétberger, der mit virtuosen Instrumental-Improvisationen nach einigen Texten den Zuschauern auch die Möglichkeit gab, das Gehörte zu reflektieren. Ein bewegender Abend, der mit Sicherheit viele zum Nachdenken gebracht haben dürfte.