Marien-Hospital verzeichnet stark steigende Geburtenzahlen

Immer mehr Mehrlinge

Der Baby-Boom im Marien-Hospital hält ungebrochen an. Schon jetzt erblickten 200 Kinder mehr das Licht der Welt als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Die Tendenz geht in Richtung 1700 Neugeborene. Auffallend sind die vielen Mehrlingsgeburten – 28 Zwillingspaare und zwei Drillinge. Mehr als im gesamten Vorjahr.

INNENSTADT

von Von Barbara Zabka

, 14.08.2012, 11:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die glücklichen Eltern Adriana Glodan (li.) und Dominik Miko mit Kinderkrankenschwester Christine und ihren Drillingen Ilana, Nathaniel und Lia.

Die glücklichen Eltern Adriana Glodan (li.) und Dominik Miko mit Kinderkrankenschwester Christine und ihren Drillingen Ilana, Nathaniel und Lia.

„Bundesweit haben wir sinkende Geburtenzahlen“, so Prof. Dr. Wolfgang Hatzmann, Ärztlicher Direktor des Marien-Hospitals. „Nur hier in Witten – da steigt die Zahl der neuen Erdenbürger.“ Lediglich 30 Prozent aller werdenen Mütter stammen allerdings aus der Ruhrstadt. Die übrigen kommen aus den Nachbarstädten wie Hattingen, Hagen, Bochum, Dortmund, Herdecke und Herne. „Seit dem großen Umbau von Kinderklinik, Kreißsaal und der neuen Frühgeborenen-Intensivstation beobachten wir hier eine Art Kreißsaaltourismus“, so Hatzmann weiter. „Die jungen Familien kommen, um sich zu informieren. Sie fassen Vertrauen und kommen wieder. Ausschlaggebend ist dabei sicherlich unsere moderne Kinderklinik.“

Dem Risiko vorbeugen

So lasse sich auch die große Anzahl von Mehrlingsgeburten im Hause erklären: „Mehrlingsschwangerschaften gelten prinzipiell als Risikoschwangerschaften. Die Eltern legen großen Wert darauf, dass ihre Neugeborenen schnell und adäquat behandelt werden können. Diese gute Behandlung können wir rund um die Uhr leisten“ Statistisch betrachtet sind Mehrlinge verhältnismäßig selten. Aber durch Hormonbehandlungen und künstliche Befruchtung kommen sie häufiger vor als früher. In Zahlen ausgedrückt – auf 84 Geburten kommt ein Zwillingspaar, unter 6400 Geburten gibt es einen Drilling.Spezielle Versorgungskonzepte Das letzte Trio wurde am 19. Juli im Marien-Hospital geboren. Nathaniel, Ilana und Lea hatten es plötzlich sehr eilig und taten bereits in der 33. Woche ihren ersten Schrei. Gewichtsmäßig lagen die drei überraschenderweise sehr eng beieinander zwischen 1640 bis 1710 Gramm. „Und sie haben sich prächtig entwickelt, in den vier Wochen haben die Kleinen schon fast 500 Gramm zugelegt“, freut sich Dr. Bahman Gharavi, leitender Oberarzt der Kinder-und Jugendklinik. „Durch die moderne Technik und spezielle Versorgungskonzepte erreichen wir, dass sich die Frühgeborenen toll entwickeln und gut auf das Leben vorbereitet sind.“

Große Überraschung

Auch die Drillingseltern Adriana Glodan (43) und Dominik Miko (29) sind mit dem Marien-Hospital mehr als zufrieden. „Man fühlt sich hier gut aufgehoben – wie in einer großen Familie.“ Allerdings war es für das Paar schon eine große Überraschung, als es im Januar erfuhr, dass Drillinge unterwegs sind. „Es ist halt einfach so passiert“, sagen die beiden heute überglücklich. In ein paar Tagen geht es nach Hause. Und dann bekommt das tägliche Leben einen anderen Rhythmus.  

Für Deutschland weist das Statistische Bundesamt von 1950 bis 2007 33 Fünflings-Geburten und fünf Sechslings-Geburten aus. Im Oktober 2008 kamen in Berlin im sechsten Monat Sechslinge zur Welt. Dies war nach Presseangaben die erste Sechslingsgeburt in Deutschland nach 20 Jahren.
Am 6. Januar 2012 erblickten eineiige Vierlinge in der Uni-Klinik Leipzig das Licht der Welt. Die Wahrscheinlichkeit solch einer Geburt wurde von den Medizinern damals mit 1:13 Millionen angegeben. Statistisch gesehen ist die Chance auf Zwillinge 1:85, auf Drillinge 1:7000 und auf Vierlinge 1:600000. Eineiig ist dabei nur ein Viertel der Zwillinge. Ärzte erklären das mit der Zunahme von Hormonbehandlungen.baza