Marlena

Julie Buntin

„Sage mir, was du nicht vergessen kannst, und ich sage dir, wer du bist.“ Mit diesem abgeschmackten Satz beginnt Julie Buntins Roman „Marlena“, der trotz des missratenen Auftakts lesenswert ist. Vermutlich ist er ihrer Magazin-Arbeit, die Autorin schreibt unter anderem für „Cosmopolitan“, geschuldet.

05.09.2017, 10:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es ist die Geschichte zweier Teenager im ländlichen Michigan, doch sie könnte überall in verarmten Gegenden außerhalb von Großstädten spielen. Ich-Erzählerin Cat zieht nach der Scheidung ihrer Eltern mit Mutter und großem Bruder in ein kleines Nest.

Dort lernt sie Marlena kennen, die in verwahrlosten Verhältnissen mit drogenabhängigem Papa und kleinem Bruder in der Nachbarschaft lebt. Die Freundschaft der beiden wird zu einem exzessiven Drogen-, Medikamenten- und Alkoholrausch, den Marlena nicht überlebt.

Intensive Schilderung

All das erzählt Cat als Erinnerung an ihre Freundschaft Jahrzehnte später. Mittlerweile ist sie in New York etabliert, verheiratet mit Liam und hat einen Job. Geblieben aus der Jugendzeit ist ihre Alkoholsucht, die sie vergeblich versucht, unter Kontrolle zu bringen.

Der Autorin Buntin gelingt eine intensive Schilderung dieser schicksalhaften Mädchen-Freundschaft. Kein neues Thema, aber originell und spannend erzählt.  

Julie Buntin: Marlena, 366 S., Eichborn, 22 Euro, ISBN 978-3-8479-0027-6.