Max Herre feiert seine "Neugeburt"

Zeltfestival Ruhr

Max Herre ist Hip-Hopper. Als 2009 "Geschenkter Tag" erschien, ein lupenreines Songwriteralbum, durften an dieser Tatsache berechtigte Zweifel aufkommen. Mit seinem Auftritt beim Zeltfestival zeigte der Wahl-Berliner am Mittwoch jedoch, wo sein Herz wirklich hängt: Bei deutschem Sprechgesang und einer Party zu fetten Beats.

BOCHUM/WITTEN

30.08.2012, 18:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Herre distanziert sich sogar ausdrücklich von dieser Phase: Auf der Songwriter-Tour habe das Publikum nur still dagesessen und zwischen den Songs höflich applaudiert. „Ihr macht hier richtig Party, und das ist mir ehrlich gesagt lieber“, erklärte er in der hitzigen Zelt-atmosphäre ausgerechnet bevor er das eigentlich als Duett mit Philipp Poisel geschriebene „Wolke 7“ zum Besten gab. Philipp Poisel war am Abend nicht da. Dafür ein Freund aus alten deutschen Hip-Hop-Tagen: Afrob, der Anfang des Jahrtausends mit Max Herre Teil des deutschen Soul- und Hip-Hop-Kollektivs FK-Allstars war. Trotz konstant etwas plärrigem und wenig differenziertem Sounds feierte das Publikum da eine noch größere Party also sowieso schon, als beide „Reimemonster“ rappten, die Legende aus den Hochzeiten des deutschsprachigen Hip Hops Ende der 90er-Jahre. Mehr Jubel war nur noch bei Freundeskreis-Hits wie „A-N-N-A“ oder „Esperanto“.

„Hallo Welt“, Max Herres aktuelles Motto, lässt sich aber auch noch in einer anderen Richtung deuten. Es erinnert an Rolf Zuckowskis gleichnamiges Geburtslied. Wir erinnern uns: „Hallo Welt! Ich bin da. Hallo Welt! Alles klar? Du bist die Sensation, und ich ahnte so was schon.“ Und tatsächlich versprühen auch Max Herres aktuelle Texte die gewisse Altersmilde eines mehrfachen Vaters. So singt er in „Dududu“: „Die Welt ist groß da draußen, Baby. Und ich hab schon überall gesucht. Und dann komm ich nach Hause, Baby. Und merk, alles was ich am Ende such‘ bist du.“