Max Imdahl - eine geniale Gestalt der Kunstgeschichte

Neuer Film

Er war ein charismatischer Mensch, eine akademische Lichtgestalt und ein genialer Vermittler der modernen Malerei: Max Imdahl (1925-1988) war einer der bedeutendsten Kunsthistoriker unserer Zeit. Der neue Film "Sehenden Auges" von Christoph Böll erinnert nun an den Professor der Ruhr-Universität Bochum.

BOCHUM

von Von Bettina Jäger

, 03.09.2012, 16:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was ist von Max Imdahl geblieben? Fünf Jahre lang spürte der Bochumer Filmemacher - übrigens ein Neffe von Heinrich Böll - dieser Frage nach. Die einfache Antwort: Allein vier von Imdahls Studenten leiten heute wichtige Ausstellungshäuser im Ruhrgebiet - Tayfun Belgin das Osthaus-Museum Hagen, Heinz Liesbrock das Josef-Albers-Museum in Bottrop, Beate Reese das Kunstmuseum Mülheim und Raimund Stecker das Lehmbruck-Museum in Duisburg.

Die Unmittelbarkeit bleibt Auf die Frage, was von Max Imdahl bleibt, gibt es aber auch eine andere Antwort: "Die Unmittelbarkeit, mit der er über Kunst nachgedacht hat", so Heinz Liesbrock. "Wer intensiv genug hinschaut, dem wird das Kunstwerk antworten", beschrieb er die Lehre der Ikonik, die Max Imdahl als Gründungsdirektor des Kunsthistorischen Instituts der Ruhr-Uni entwickelte. Zu den Vorlesungen des Professors kamen stets Hunderte von Kunstfreunden. "Er nahm die Menschen ernst und nahm sie mit", erzählte Tayfun Belgin. Kein anderer hätte den Mut gehabt, das Projekt "Arbeiter diskutieren moderne Kunst" anzupacken. "Imdahl war gar nicht arrogant. Er hat auch etwas 100 Mal wiederholt, um den Menschen das Kunstwerk ,Terminal' in Bochum zu erklären", erinnerte sich Raimund Stecker.

Fazinierender und lehrreicher Film Schade, dass es so wenig bewegte Bilder des verstorbenen Professors gibt. Aber es ist faszinierend und lehrreich - auch für Menschen, die ihn nicht kannten - den Film zu sehen. Denn es geht immer um Kunst. Und zum Schluss wird der Zuschauer einen Auftritt Imdahls auf der documenta erleben.

Filmpremiere: Sonntag, 9. September, 11 Uhr, Union-Kino Bochum, Karten an der Tageskasse. Weitere Termine in Mülheim, Hagen und Bottrop sind geplant.

Lesen Sie jetzt