Maximilian Schell spielt Strindberg

Ruhrfestspiele Recklinghausen

RECKLINGHAUSEN Ab Freitag ist Maximilian Schell im Stück "Lieben Sie Strindberg?" auf der Bühne der Ruhrfestspiele Recklinghausen zu sehen. Gemeinsam mit Festival-Leiter Frank Hoffmann stellte der Weltstar am Mittwoch die geplante Premiere vor.

von Von Bettina Jäger

, 13.05.2009, 18:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Charmant und humorvoll: Weltstar Maximilian Schell in Recklinghausen.

Charmant und humorvoll: Weltstar Maximilian Schell in Recklinghausen.

Mit sensationellem Misserfolg habe er in Recklinghausen einst gespielt, erzählte Maximilian Schell seufzend. Er hatte damals den "Prinzen von Homburg" vorgesprochen. Regisseur Kurt Horwitz war nicht begeistert. Zwar erinnere Schell ihn an die Theaterlegende Josef Kainz. "Aber der KONNTE das", habe Horwitz gesagt. Schell war betrübt. Aber auf seinem Weg zum Weltstar hat die Episode nicht geschadet. Schließlich hat ihn dieser Weg nach Hollywood und wieder zurück geführt - zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen. wo er ab Freitag im Stück "Lieben Sie Strindberg?" sicherlich mit größerem Erfolg auf der Bühne stehen wird.Mit charmantem Wiener Akzent stößt Maximilian Schell auf Sympathie

Bei der Vorstellung des Stückes am Mittwoch entpuppte sich der 78-Jährige als hochgebildeter Intellektueller mit viel Humor und einem charmanten Wiener Akzent. Strindberg sei kein Frauenhasser gewesen, so Schell. "Strindberg war ein Chaot, ein Liebender, ein göttliches Genie - und ein sehr zerrissener Mensch."Festival-Leiter Frank Hoffmann inszeniert Doppelabend zu Strindberg

In Recklinghausen wird Frank Hoffmann einen Doppelabend zu Strindberg inszenieren. Dabei sehen die Zuschauer zuerst "Das Traumspiel" mit Theaterstar Wolfram Koch. Dann gibt´s ein nordisches Buffet und anschließend das Programm "Lieben Sie Strindberg?", in dem Schell mit seiner unnachahmlich angenehmen Stimme auch vom Maler, Fotografen und Klavierspieler Strindberg erzählen will. Zusammengestellt hat die Texte Ingo Waszerka. Schell grinste: "Sie sehen an seinem mürrischen Gesicht, dass er Dramaturg ist. Aber da hat er wirklich etwas Beachtliches geschaffen".Zufrieden lässt Maximilian Schell seine Karriere Revue passieren

Eigentlich will Schell kein Theater mehr spielen. "Der Strindberg-Abend ist ja mehr eine Suche", meint er. Zufrieden blickt der gebürtige Wiener auf seine Karriere zurück: In Filmklassikern wie dem "Urteil von Nürnberg" hat er mitgewirkt, mit "Meine Schwester Maria" eine unvergessliche Doku geschaffen. "Ich bin ein guter Regisseur - manchmal", schmunzelte er. Der Schauspieler erzählte aber auch eine traurige Anekdote. So hatte er den "Hamlet" in der Regie von Gustaf Gründgens gespielt. Es gab eine Stunde Applaus. Beim 48. Vorhang habe Gründgens zu ihm gesagt: "Jetzt geh´ Du allein - für mich ist jetzt Schluss." Nur wenig später war Gründgens gestorben.