Medikamentenabhängige Frau konnte sich nicht an Diebstahlserie erinnern

WITTEN Einen Raubzug durch Geschäfte in Witten, Hattingen und Hagen hat eine 48-jährige Frau aus Sprockhövel hingelegt. Am Mittwoch musste sie sich dafür vor dem Schöffengericht verantworten.

von Von Andreas Tietz

, 14.01.2009, 17:37 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Dortmunder Landgericht ist ein angeklagter Schreiner aus Castrop-Rauxel zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte einen Pädagogen erpresst.

Vor dem Dortmunder Landgericht ist ein angeklagter Schreiner aus Castrop-Rauxel zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte einen Pädagogen erpresst.

So entwendete sie, nachdem sie bereits erwischt worden war, auch noch das Handy eines Ladendetektivs. Dennoch ging der Vorsitzende Richter Bernd Grewer nicht davon aus, es mit einer „abgebrühten Verbrecherin“ zu tun zu haben.   Die 48-Jährige ist nach einigen Todesfällen in ihrer Familie hochgradig medikamentenabhängig, offenbar psychisch krank und leidet unter Depressionen sowie unter Angstzuständen.

Vor Gericht erinnerte sie sich nur noch an einen kleineren Diebstahl. „Alles andere ist wie ausgelöscht“, beteuerte sie unter Tränen. Sie habe sich bereits um einen Therapieplatz bemüht, um ihre Medikamentensucht zu überwinden. Dies war Anlass für das Gericht, das Verfahren auszusetzen, um das Ergebnis der Therapie abzuwarten. Danach soll die Frau auf ihre Schuldfähigkeit hin begutachtet und entschieden werden, ob das Verfahren wieder aufgenommen wird oder eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik notwendig ist.