Medizinstudenten aus Münster helfen im Kampf gegen das Coronavirus

Coronavirus

Die Uni in Münster hat ihre 3000 Medizinstudierenden gefragt, wer sich freiwillig im Kampf gegen das Coronavirus engagieren will. Die Resonanz war gewaltig. Jetzt gibt es einen Crashkurs.

Münster

27.03.2020, 16:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
In den Krankenhäusern wird momentan jede Hand gebraucht.

In den Krankenhäusern wird momentan jede Hand gebraucht. © dpa

Die Uni Münster macht Medizinstudenten im Schnelldurchlauf fit für die Aufnahme und Versorgung von Corona-Patienten in Krankenhäusern. Dafür hat die Medizin-Fakultät eine einwöchige Fortbildung entwickelt, die üblicherweise ein halbes Jahr dauert, teilte die Uniklinik Münster am Freitag mit.

Weil der Lehrbetrieb an den Universitäten in NRW derzeit ruht, hatte die Uni Münster bei ihren 3000 Medizinstudenten nachgefragt, wer sich im Kampf gegen das Coronavirus freiwillig engagieren will.

Pfleger direkt vermittelt

1800 hätten sich gemeldet, erklärte die Uniklinik. Freiwillige mit abgeschlossener Pflegeausbildung wurden sofort an die Klinik übergeben, für die anderen sei die Fortbildung entwickelt worden.

„Natürlich können wir uns auf die Vorkenntnisse der Studierenden stützen. Aber es wäre unverantwortlich, sie ohne eine spezielle Zusatzschulung in die Krankenhäuser zu lassen“, erklärte der Leiter des Ausbildungsteams, Hendrik Friederichs.

Es fehlen noch 350 Schutzmasken

Die Ausbildung besteht demnach aus einem Theorieteil, den sich die Studenten online zu Hause erarbeiten. Dann geht es ins Studienhospital. Dort werden Desinfektionsübungen gemacht, das richtige An- und Ausziehen geprobt und Abstriche für den Corona-Test. Teilnehmen dürfen nur Studenten ab dem 5. Semester, weil sie dann bereits in Hygiene geschult sind.

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Seit dieser Woche sind die ersten 100 Studenten fertig und werden neben der Uniklinik auf Krankenhäuser in der Region verteilt. In der nächsten Woche sollen weitere 500 Studenten folgen. Die Ausbilder haben derzeit allerdings ein praktisches Problem. Für das Training fehlen noch 350 Schutzmasken.

dpa

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