Meg Stuart lässt rennen, rutschen und hüpfen

Ruhrtriennale

Die Bühne ein großer Spielplatz, auf dem sich die Protagonisten knappe zwei Stunden austoben: "Sketches/Notebook" (Skizzen/Notizbuch) von der Choreografin Meg Stuart und ihrer Compagnie Damaged Goods gastiert im Rahmen der Ruhrtriennale seit Donnerstagabend auf Pact Zollverein in Essen.

ESSEN

26.08.2016, 13:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Meg Stuart lässt rennen, rutschen und hüpfen

Hübsch anzusehen: Ein Körperknäul bewegt sich über den Bühnenboden.

Der Titel, der sich auch mit Arbeitsskizzen übersetzen lässt, passt ganz gut. Denn es ist kein dramaturgisch dichter Abend, sondern die Darbietungen erinnern an Improvisationsübungen. In einer Art Laborsituation ist diese Produktion vor einigen Jahren am Berliner Theater HAU entstanden. Die interdisziplinäre Performance bindet neben den Tänzern auch bildende Künstler und einen Musiker ein.

Zu einem penetranten Hollywood-Filmmusik-Loop startet der Ruhrtriennale-Abend mit viel Gerenne, Gehüpfe und Gerutsche über eine Holzschräge, während die Zuschauer ihre Plätze rund um die Spielfläche einnehmen.

Interaktion mit dem Publikum

Es passiert viel gleichzeitig: Ein Musiker zupft mal an der Gitarre, bedient mal das Schlagzeug, auf das auch die anderen Protagonisten draufhauen dürfen. In einer Ecke werden Kostüme anprobiert, unter Fellen wird gekuschelt - und alles wird gefilmt. 

Später gibt´s Faden- und Murmelspiele, bei denen das Publikum eingebunden wird, mit dem auch Atemübungen veranstaltet werden. Am Ende erzeugen die Performer andächtig mit Folien wedelnd ein paar Lichteffekte an der Wand.

Die Aneinanderreihung von Spielideen ist nicht sonderlich fesselnd. Wenn auch das Körperknäul am Boden ein hübsches Bild ergibt. Dennoch, am schönsten sind die Momente, wenn die nervige und meist ohrenbetäubend laute Elektromusik aussetzt.

Termine: 26./27./28.8.; Karten: Tel. (0221) 280210.

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