Mehr als nur ein guter Freund: Ein Hund als Therapeut

Seniorenhaus Vinzenz

Grete Ziebolds (84) Augen leuchten, ihre Hände zittern leicht unter den sanften Berührungen von Mika, dem Pudelmischling. Im Gesicht der nach einem Schlaganfall gelähmten Frau macht sich ein leichtes Lächeln breit: Sie liebt die Besuche von Mika. Der Rüde hilft den Menschen im Seniorenhaus Vinzenz, sich zu erinnern und Freude zu finden.

DORSTFELD

von Von Holger Bergmann

, 10.03.2011, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Grete Ziebold genießt ganz ruhig den besuch von Mika, der von Nicole Keuthen angewiesen wird.

Grete Ziebold genießt ganz ruhig den besuch von Mika, der von Nicole Keuthen angewiesen wird.

"Springt Mika in sein Bett, streichelt der Mann den Hund mit seiner Hand, ohne groß darüber nachzudenken", freut sich Nicole Keuthen über kleine Therapie-Erfolge. Und da ist die schwer demente Frau, die normalerweise sehr verschlossen ist. Wenn aber Mika in den Raum kommt, beginnt die Frau zu erzählen. Denn sie hatte auch mal einen Hund und plötzlich sind die Erinnerungen an die gemeinsamen Spaziergänge wieder da. "Es ist schön zu sehen, wie die Bewohner aufleben, wenn Mika kommt", meint auch Hausleiterin Marion Wangelik, glücklich über diese Therapie-Möglichkeit.

Das Haus hat die Ausbildung von Mika finanziert. Der zweijährige Rüde ist jetzt ein hochqualifizierter Mitarbeiter. Was Mika kann? Mika hat eine klassische Hundeschule durchlaufen, gehorcht aufs Wort, außerdem ist er darauf trainiert, keinerlei Aggressionen zu zeigen. Den Rest macht Nicole Keuthen mit cleveren Ideen. Bei Grete Ziebold zum Beispiel streicht sie Quark auf den bloßen Arm. Diesen Quark leckt Mika ab. "Das schafft neue Reize", erklärt Nicole Keuthen.

"Einige halten das für unhygienisch, aber die Vorteile überwiegen", ist sich die Therapeutin sicher, denn auch wenn Grete Ziebold stark eingeschränkt in ihrer Kommunikation ist, bringt sie doch ganz klar zum Ausdruck, dass sie diese Therapie genießt und wünscht: sie lächelt.