Mehr Schutz gegen Rassismus durch neuen Vertrag

EGR fordert Mitsprache

Die Gegner des Werbeplakats der Band Freiwild werden lauter. Freitag, 22. November, hat der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Wolfgang Cordes, angekündigt, sich dafür einzusetzen, dass das Banner am Parkhaus 7 am Hauptbahnhof abgenommen wird. Er möchte, dass die Verträge mit der Werbeagentur geändert werden.

BOCHUM

von Von Andrea Wellerdiek

, 23.11.2013, 08:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieses Werbeplakat der umstrittenen Band Freiwild sorgt für Diskussionen.

Dieses Werbeplakat der umstrittenen Band Freiwild sorgt für Diskussionen.

Derzeit prüft die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien einen Internet-Video-Clip eines Liedes. Dies dauert circa einen Monat. So lange will Wolfgang Cordes nicht warten. Der stellvertretende Aufsichtsratschef der EGR setzt sich dafür ein, dass die Entwicklungsgesellschaft ganz genau hinschaut in die Vertragsbedingungen mit der für die Werbung zuständigen Agentur. „Es gibt eine riesige Grauzone. Wir müssen die Verträge so ändern, dass, wenn so etwas passiert, wir dann Einfluss nehmen können“, sagt Cordes. Er kenne die vertraglichen Einzelheiten nicht, schließlich kümmere sich die Geschäftsführung um das operative Geschäft. „Wir können nicht jeden Vertrag durchschauen“, so Cordes. Doch es müsse möglich sein, Verträge und damit Werbeinhalte zu optimieren.

Am 17. Dezember wird das umstrittene Werbeplakat in der Aufsichtsratssitzung thematisiert. „Wir müssen uns auf neue Füße stellen. Die EGR hätte sich im Vorfeld vor so etwas schützen müssen.“ Nun wirbt eine Band, der eine Nähe zum rechten Spektrum nachgesagt wird, präsent am Bahnhof. „Das ist schon ärgerlich, dass so etwas da hängen darf. Das ist peinlich“, sagt Cordes. Das sieht das Bochumer Forum für Antirassismus und Kultur nicht anders: „Leider wird Rassismus in der Mitte unserer Gesellschaft viel zu häufig toleriert und als normal empfunden. Wie wäre es sonst zu erklären, dass sich offensichtlich im Vorfeld niemand groß Gedanken über die Werbung in der Bochumer Innenstadt für diese einschlägig bekannte Band gemacht hat?“ schreibt Ralf-D. Lange vom Vorstand in einer Mitteilung.