Mehrere Hundert Autofahrer in NRW müssen wegen eines Verstoßes drastische Strafe zahlen

Straßenverkehr

Autofahrer werden aktuell von der Polizei besonders unter die Lupe genommen. Grund dafür ist eine Aktionswoche, bei der schon am ersten Tag besonders ein Verstoß auffiel.

NRW

16.09.2020, 21:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
In NRW gibt es in diesen Tagen verstärkte Polizeikontrollen (Symbolbild).

In NRW gibt es in diesen Tagen verstärkte Polizeikontrollen (Symbolbild). © picture alliance/dpa

Telefonieren, Simsen oder Texten während der Fahrt erhöht das Unfallrisiko erheblich und gefährdet das Leben und die Gesundheit der Menschen im Straßenverkehr. Nur „mal eben“ eine WhatsApp-Nachricht schreiben, nur „mal eben“ den Status checken, nur „mal eben“ die Zieladresse am Navi eingeben - es gibt unzählige Möglichkeiten, sich im Auto oder Lkw ablenken zu lassen.

In NRW hatte die Polizei am Mittwoch ein besonderen Fokus auf Ablenkungen im Straßenverkehr. Anlass der verstärkten Kontrollen: Die Aktionswoche Roadpol Safety Days, die vom 16. bis 22. September andauert, soll auf Unfalltote und Schwerverletzte im Straßenverkehr aufmerksam machen.

In mehreren Städten und auf Autobahnen in ganz NRW stoppten die Einsatzkräfte Auto- aber auch Radfahrer, die sich offensichtlich nicht auf den Verkehr konzentrierten. Allein in Köln hantierten 107 Verkehrsteilnehmer am Handy. In Bochum ergaben die Kontrollen, dass 55 Autofahrer, ein LKW-Fahrer und auch ein Radler nicht auf ihr Mobiltelefon verzichten konnten.

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Folgen: Bis zu einem Monat Fahrverbot

Im Kreis Mettmann wurden 183 Fahrzeugführer im gesamten Kreisgebiet kontrolliert. Davon nutzten 67 Auto- und LKW-Fahrer während der Fahrt in verbotener Art und Weise ein Handy, Smartphone oder andere elektronische

Geräte - also mehr als jeder Dritte. Dazu kamen 13 Fahrrad- und Pedelec-Fahrer. Im Ennepe-Ruhr-Kreis zählten die Beamten insgesamt 63 Handyverstöße.

Ein Nutzen des Handys im Straßenverkehr zählt aktuell als Ordnungswidrigkeit: Wer im Auto während der Fahrt zum Mobiltelefon greift, muss mit 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Wenn eine Gefährdung oder eine Sachbeschädigung in Folge der Handynutzung eintrifft, fällt die Strafe höher aus: 150 bzw. 200 Euro und jeweils zwei Punkte sowie einen Monat Fahrverbot. Das Verwarngeld für Radfahrer liegt bei 55 Euro.

Bereits bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde verlieren Autofahrer über eine Distanz von 16 Metern den Überblick.

Bereits bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern in der Stunde verlieren Autofahrer über eine Distanz von 16 Metern den Überblick. © Polizeipräsidium Bochum

Die Polizei macht in einer Pressemitteilung darauf aufmerksam: Die Augen gehören auf die Straße, denn: Schon bei 50 Stundenkilometern fährt ein Fahrzeug in nur einer Sekunde rund 14 Meter. Der Zwei-Sekunden-Blick aufs Display bei einer Fahrt mit 50 km/h bedeutet also fast 30 Meter Blindflug. Bereits beim einfachen Telefonieren ist das Gefahrenpotential der Ablenkung so hoch, wie beim Fahren mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut. Untersuchungen haben ergeben, dass die Nutzung eines Smartphones 164 Mal häufiger zu einem Unfall führt, als Vergleichssituationen ohne die Nutzung eines Handys.

Etwa die Hälfte aller Autofahrer nutzt das Mobiltelefon während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung. In der Altersgruppe der 30- 44-Jährigen sogar acht von zehn. Im Durchschnitt verfasst jeder sechste Autofahrer während der Fahrt Textnachrichten, jüngere Fahrer sogar noch häufiger. Jeder vierte bedient sein Navigationsgerät während der Fahrt.

ots/kon

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