Mehrere tausend Teilnehmer bei Corona-Demo in Düsseldorf erwartet

Coronavirus

Kritiker der Corona-Maßnahmen planen erneut Demonstrationen in mehreren Städten, die größte davon in Düsseldorf. Dort werden mehrere tausend Teilnehmer erwartet.

Düsseldorf

14.11.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
In Düsseldorf werden tausende Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen erwartet.

In Düsseldorf werden tausende Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen erwartet. © picture alliance/dpa

Kritiker der Corona-Maßnahmen wollen am Wochenende wieder in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens demonstrieren. Die größte Kundgebung soll am Sonntag in Düsseldorf stattfinden. Laut Polizei rechnet der Anmelder mit mehreren tausend Teilnehmern.

Angemeldet wurde die Veranstaltung unter dem Motto „Kinderlächeln ohne Angst“ von der Initiative „Querdenken 211“. Die Stadt untersagte einen ursprünglich geplanten Aufzug. Auf dem Gelände der Rheinkirmes soll es aber eine Standkundgebung geben.

Polizei appelliert an Teilnehmer

Dem Veranstalter wurde laut Stadt auferlegt, alle Teilnehmer per Lautsprecherdurchsage auf die Pflicht zur Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern sowie zum Tragen einer Alltagsmaske hinzuweisen. Die Polizei appellierte an die Teilnehmer, „sich verantwortungsvoll an die Hygiene- und Infektionsschutzregeln“ zu halten.

Der Versammlungsleiter habe auf die Einhaltung der Regelungen hinzuwirken. Polizei und Ordnungsamt würden dies konsequent überwachen. Der Anmelder der Veranstaltung, Michael Schele, will sich mit dem Verbot eines Aufzugs nicht abfinden.

„Wir werden juristisch dagegen vorgehen“, sagte er auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In Aachen plant das Netzwerk „Querdenken 241“ bereits am Samstag laut Polizei eine Kundgebung am Kongresszentrum mit voraussichtlich etwa 400 Personen und einen anschließenden Aufzug mit etwa 200 Teilnehmern.

Maskenpflicht wird auch beim "Lichterzug" durchgesetzt

Die Demo steht unter dem Motto „Lichterzug für Frieden und Freiheit“. Die Polizei betonte, dass es eine generelle Pflicht zum Tragen einer Alltagsmaske gibt. Auch seien die Mindestabstände einzuhalten. Die Teilnehmer dürften keine Martinslaternen mit sich führen, nachdem der Demonstrationszug öffentlich als Martinsumzug für Kinder beworben worden sei.

„Aufgrund der Coronapandemie sind diese Martinsumzüge bekanntermaßen in diesem Jahr nicht erlaubt“, hieß es in einer Mitteilung. Nach Angaben eines Sprechers dürfen die Teilnehmer aber Tee- und Grablichter mit sich führen. Zwei Gegenkundgebungen sind angemeldet.

250 Demonstranten in Bochum erwartet

In Bochum hat „Querdenken 234“ am Samstag zu einer Demonstration in der Innenstadt aufgerufen. Die Veranstalter rechnen laut Polizei mit 250 Teilnehmern. Kritiker der Corona-Maßnahmen wollen ebenfalls am Samstag auch in Arnsberg demonstrieren. Angemeldet seien dort bis zu 500 Teilnehmer, sagte ein Polizeisprecher.

Laut Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste ist am Wochenende auch im Oberbergischen Kreis eine Demo geplant. In Nordrhein-Westfalen hat es vom 17. März bis Anfang September 2020 rund 350 Versammlungen mit Corona-Bezug gegeben, wie das NRW-Innenministerium der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag) mitteilte.

„Insbesondere bei Versammlungen mit mehr als 100 Teilnehmern beteiligten sich auch regelmäßig Rechtsextremisten“, sagte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der Zeitung.

dpa

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